Oldenburg im Fokus

27. Spieltag in der easyCredit BBL

Im Hinspiel erzielte TJ Shorts II 30 Punkte. Bonn traf 18/33 Dreier (56,6 Prozent). Foto: Wolter

Das Rennen um einen der ersten vier Tabellenplätze, die in der ersten Playoff-Runde Heimrecht bescheren, ist in diesem Jahr so eng wie schon lange nicht mehr. Der Tabellenvierte Oldenburg hat aktuell mit 16 Siegen nur zwei Erfolge mehr auf der Habenseite als der Tabellenachte Würzburg. Bei noch acht Spieltagen kann sich also noch viel verändern – nach oben und unten. Zuletzt patzte Oldenburg jedoch gleich zweimal: Am 25. Spieltag verlor die Mannschaft von Trainer Pedro Calles mit 85:75 gegen Schlusslicht medi Bayreuth. Anschließend folgte die deutliche 75:99-Niederlage gegen den Tabellenzwölften Heidelberg. Zieht man den deutlich Bonner 108:79-Hinspielsieg hinzu, sollte Oldenburgs Motivation auf einen morgigen Heimsieg auf Anschlag gedreht sein.

Unter der Woche machte Oldenburg zudem mit personellen Neuigkeiten auf sich aufmerksam: Aufbauspieler und Topscorer DeWayne Russel verlängerte seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre. Russel spielt in Coach Calles System, welches Iisalos Spielidee stark ähnelt, eine ähnlich gewichtige Rolle wie TJ Shorts in Bonn. Mit 19,0 Punkten pro Spiel führt der US-Amerikaner, der von 2018 bis 2020 unter Iisalo in Crailsheim spielte, sowohl sein Team als auch die easyCredit BBL als gefährlichster Scorer an. Bereits drei Mal knackte Russel in dieser Saison die 30-Punkte-Marke. Nur sieben Mal erzielte er in einem Spiel weniger als 15 Punkte (u.a. 13 Punkte gegen Bonn). Dazu verteilt er im Schnitt 7,6 Assists. 

Flankiert wird der Point Guard von Trey Drechsel (13,6 Punkte pro Spiel), Alen Pjanic (10,2 PpS) und Tanner Leisner (11,4 PpS), die allesamt von der Dreierlinie heiß laufen können und von dort im Schnitt auch deutlich öfter abdrücken als aus dem Zweipunktebreich. Insgesamt nimmt Oldenburg mit 28,6 Dreiern pro Spiel auch die achtmeisten Distanzwürfe aller BBL-Teams (Bonn: 27,9, Platz 10). 

Identität und Chancenverwertung

Für die Baskets wird es am Samstag vor allem auf zwei Dinge ankommen: Zum einen müssen sie mit der eigenen Identität auftreten, die das Team bislang zu einer überaus erfolgreichen Saison geführt hat. Zum anderen gilt es, die erspielten Chancen zu nutzen. Ersteres gelang den Telekom Baskets auch gegen SIG Strasbourg, als sie nicht nur starke 20 Ballverluste forcierten, sondern auch 15 Offensiv-Rebounds sammelten, um so das oft betonte Spiel um die Ballbesitze (beziehungsweise Wurfchancen) deutlich zu gewinnen (69:58 Würfe zugunsten Bonns). Letzteres wurde ihnen dann jedoch zum Verhängnis, da Strasbourg trotz deutlich weniger Versuche effizienter abschloss. In den vergangenen vier Spielen (BCL und Bundesliga) trafen die Telekom Baskets lediglich 58 von 95 Freiwürfen (rund 61 Prozent) – weit unter ihrem easyCredit BBL-Schnitt von 76,1 Prozent und BCL-Schnitt von 73,1 Prozent. Auch die Bonner Dreierquote rutschte in dieser Spanne uncharakteristisch auf 27 Prozent ab (BBL-Schnitt: 36,9 Prozent, BCL-Schnitt: 38,1 Prozent).

TV-Übertragung

Das Spiel wird live ab 20:15 Uhr auf Magenta Sport übertragen.