2:0-Führung: Baskets besiegen Chemnitz auch im zweiten Spiel

Telekom Baskets Bonn vs. NINERS Chemnitz: 95:78

Daumen hoch: TJ Shorts II und Co. führen im Viertelfinale gegen Chemnitz mit 2:0. (Foto: Jörn Wolter)

Key Facts

  • Ausverkauft: Zum 16. Mal in der Saison war der Telekom Dome mit 6.000 Zuschauern komplett ausgelastet
  • Freiwurf-Festival: Insgesamt standen beide Teams 61 Mal an der Freiwurflinie. Die 33 Bonner Freiwürfe stellten dabei den Bundesliga-Saisonrekord für die meisten Freiwürfe einer Mannschaft in einem Spiel ein (Ludwigsburg und Rostock auch je 33). Chemnitz kam auf 28 Freiwürfe. Insgesamt wurden in einem nicht ruppigen Spiel 56 Fouls gepfiffen
  • Höchste Führung: +19 (88:69, 38. Minute)
  • Persönliche Saisonbestleistung: Javontae Hawkins erzielte 24 Punkte. Seine bisherige Saisonbestleistung in der Bundesliga waren 17 Zähler
  • Sichere Schützen: Bonn traf gute 42 Prozent von der Dreierlinie (11/26)
  • Teamplay: Die Baskets verteilten 22 Assists
  • Kaderupdate: Erneut spielten die Baskets ohne Karsten Tadda (verletzt) und Jeremy Morgan (pausiert)

Spielbericht

Die Baskets starteten mit der gleichen Anfangsformation ins zweite Viertelfinalspiel wie schon in die erste Partie gegen Chemnitz. TJ Shorts II, Collin Malcolm, Tyson Ward, Finn Delany und Leon Kratzer kamen zu Beginn zu keinen einfachen Abschlüssen. So mussten sich die Hausherren ihre Punkte zunächst vermehrt an der Freiwurflinie verdienen. Sowohl Delany als auch Ward blieben dabei aber treffsicher (6:4, 3.). Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste bereits vier Teamfouls auf ihrem Konto. Chemnitz übernahm mit fünf Punkten in Folge kurzzeitig die Führung, doch angeführt vom eingewechselten Deane Williams antworteten die Baskets mit einem 7:0-Lauf. Williams traf zunächst einen Dreier und war zwei Angriffe später mit einem erfolgreichen Tip-In gedankenschnell zur Stelle (13:9, 6.). Die Scoring-Last verteilte sich bei den Baskets im ersten Viertel auf viele Schultern, zusätzlich verteidigten die Gastgeber nun sehr aufmerksam und hochkonzentriert. Als Delany den Bonner Vorsprung von der Freiwurflinie auf neun Punkte erhöhte, schallte es „Super Baskets Olé“ durch den erneut ausverkauften Telekom Dome (21:12, 9.). Die Gäste kamen durch Punkte ebenfalls von der Freiwurflinie zum Ende des Viertels nochmal etwas näher heran (24:20, 10.). Insgesamt resultierten 13 Foulpfiffe im ersten Spielabschnitt in 17 Freiwürfen Chemnitz stand in den ersten zehn Minuten zehn Mal an der Linie, Bonn sieben Mal.

Auch das zweite Viertel startete mit Freiwürfen, welche Shorts II beide sicher traf (26:20, 12.). Chemnitz verkürzte den Rückstand auf zwei Zähler, hatte aber auch nach weniger als zwei Minuten bereits wieder vier Teamfouls auf dem Konto (26:24, 12.). Delany per Dreier und Shorts II erneut von der Freiwurflinie hielten Bonn in Führung (31:26, 14.). Chemnitz kämpfte stark, doch mit einem 9:2-Lauf zogen die Baskets erstmals auf eine zweistellige Differenz davon. Hawkins schloss dabei zunächst nach einem starken Zug zum Korb erfolgreich ab und traf danach aus der Distanz. Kratzer von der Freiwurflinie und Shorts II per Mitteldistanzwurf punkteten während dieses Laufs für die Hausherren (40:30, 18.). Ein Chemnitzer Dreier wurde postwendend durch einen Hawkins-Dreier beantwortet, um den zweistelligen Vorsprung weiter zu sichern (43:33, 18.). Ward sorgte mit einem spektakulären Korbleger noch für ein Highlight und Shorts II avancierte mit weiteren vier Punkten zum Topscorer der ersten Hälfte (12 Punkte). Bonn kontrollierte die Partie (49:40, 20.).

Nach dem Seitenwechsel sorgten die Baskets dann auch auf dem Scoreboard mit einem 7:0-Lauf schnell für deutlichere Verhältnisse. Shorts II legte zunächst für Delany auf, traf dann selbst aus der Distanz und klaute im Angriff darauf den Ball, hielt das Dribbling akrobatisch am Leben und fand Malcolm frei unter dem Korb für die einfachen Punkte (56:40, 22.). Auch eine Chemnitzer Auszeit und die jeweils vierten persönlichen Fouls von Kratzer und Delany brachten keinen Bruch ins Spiel. Die Gäste kamen höchstens bis auf zehn Punkte heran (56:46, 25.). Für die Baskets übernahm nun Hawkins endgültig. Bereits in der ersten Halbzeit hatte der Forward elf Punkte erzielt. Weitere neun Punkte legte Hawkins dann innerhalb von zwei Minuten im dritten Viertel auf. Dabei gehörten Korbleger, ein Highlight-Dunking und ein getroffener Dreier zu seinem erfolgreichen Repertoire (68:53, 28.). Den Schlusspunkt unter das dritte Viertel setzte Malcolm. Nach einem starken Cut wurde er von Ward angespielt und netzte zur 16-Punkte-Führung ein (71:55, 30.).

Wie schon die ersten beiden Viertel startete auch der letzte Spielabschnitt mit Punkten von der Freiwurflinie. Ward versenkte beide Versuche sicher und war auch danach die Bonner Scoring-Maschine. Zwei erfolgreiche Dreier ließ der Linkshänder folgen und so blieb der Vorsprung der Hausherren konstant hoch (79:61, 34.). In einem zu keinem Zeitpunkt ruppigen Playoff-Spiel war Delany der erste Bonner Big Men, der mit fünf persönlichen Fouls ausschied, wenig später folgte Kessens. Chemnitz nutzte diese Phase noch einmal zu einem 8:0-Lauf aus, der Rückstand blieb aber permanent zweistellig (79:69, 36.). Die Baskets antworteten mit einem 9:0-Lauf und machten endgültig den Deckel auf das Spiel. Der nächste Hawkins-Highlight-Dunk, ein Dreier von Malcolm und jeweils zwei erfolgreiche Freiwürfe von Shorts II und Sebastian Herrera sorgten für den höchsten Vorsprung des Spiels (88:69, 38.). Mit einem Poster-Dunking setzte Williams nochmal ein Statement und stellte den 95:78-Endstand her. Die Baskets führen damit verdient mit 2:0 und können mit einem weiteren Sieg in Chemnitz bereits am kommenden Montag (22.05. – 20:30 Uhr) ins Halbfinale der easyCredit Basketball Bundesliga einziehen.

Pressekonferenz

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Statements zum Spiel

Tuomas Iisalo (Headcoach Telekom Baskets Bonn):

„Es war so schwierig wie erwartet. Wir hatten große Probleme beim Rebounding, eine unserer größten Stärken in dieser Saison. 19 second chance points, 32 Punkte in der Zone, das passiert uns nicht so oft. Da haben wir meist einen guten Job gemacht. Chemnitz hat sehr viele Dinge für dieses Spiel angepasst und hatte neue Ideen, wie sie unsere Verteidigung attackieren wollten. Wir haben die meiste Zeit einen soliden Job gemacht, aber dann kamen die zweiten Chancen und viel zu viele Fouls. Manche Fouls waren nicht klug. Darum haben beide Mannschaften auch so viele Freiwürfe geworfen. Ich stimme Rodrigo Pastore zu: Das ist nicht das, was die Zuschauer sehen möchten. Es sind zwei sehr kämpferische Teams mit einer physischen Spielweise aufeinandergetroffen. Das bedeutet, dass es sehr viel Kontakt gibt. Ich weiß, dass es nicht einfach ist, das Spiel zu pfeifen. Ich denke, wir werden im dritten Spiel eine gute Balance finden. Unsere Belastung ist sehr hoch. Es war das vierte Spiel in sieben Tagen. Wir haben eine Emotions-Steuer bezahlt nach dem Champions League-Sieg. Die gesamte Woche war ein Auf und Ab. Das merkt man unseren Jungs an, aber sie haben einen unglaublichen Teamspirit. Sie finden immer einen Weg. Ohne unsere Center haben wir heute eine Small-Ball-Lineup und eine Switching-Defense gespielt, die wir zuletzt gegen Karsiyaka gespielt haben. Das war unser zweites Spiel in der Champions League. Und heute haben sie es einfach direkt umgesetzt. Das spricht sehr für ihren Fokus und Einsatz.“

Rodrigo Pastore (Headcoach NINERS Chemnitz):

„Ich gratuliere Tuomas Iisalo und seinem Team zum verdienten Sieg. Sie sind sehr gut. Wir geben unser Bestes. Es gibt immer einen Moment im Spiel, den wir vermeiden müssen. Es passiert zu Beginn des dritten Viertels, dann schlagen sie hart zu. Das beeinflusst den restlichen Spielverlauf. Sie werfen dich in ein tiefes Loch, aus dem wir nur sehr schwer wieder herausfinden. Das ist insbesondere dann schwer, wenn wir unsere Würfe nicht treffen, obwohl es gar nicht so schlechte Würfe waren. Wir müssen besser als 27 Prozent von der Dreierlinie treffen, wenn wir Bonn schlagen wollen. Wir sind ein bisschen mehr in die Zone und an die Freiwurflinie gekommen, aber wir spielen gegen ein sehr smartes Team. Und immer, wenn man denkt, dass man ein wenig das Momentum auf seiner Seite hat, reagieren sie sehr gut, indem sie Fouls ziehen und an die Freiwurflinie kommen. Sie stellen in bestimmten Situationen unsere Unerfahrenheit zur Schau. Wenn wir eine Sekunde zu spät sind, bestrafen sie es. Wenn die Hilfe nicht da ist, dann attackieren sie dich, sobald sie den Ball gefangen haben. Ihre Fußarbeit ist extrem gut. Sie wissen, wie man abschließt, wie man den Kick-Out-Pass spielt. Heute haben sie erneut sehr gut von außen getroffen. Es war nicht nur Sebastian Herrera, sondern das gesamte Team. Wir haben noch eine Chance zuhause vor unseren Fans und brauchen am Montag jeden Einzelnen, um den historischen ersten Playoff-Sieg zu schaffen.“

Punkteverteilung

Telekom Baskets Bonn: Shorts II (19/1 Dreier, 9 Assists), Ward (14/2), Falkenstein (0), Ensminger (0), Kessens (2), Herrera (5/1, 6 Assists), Malcolm (13/1, 5 Rebounds), Hawkins (24/4), Kratzer (1), Williams (8/1), Delany (9/1)

NINERS Chemnitz: Weidemann (17), Uguak (8), Richter (10), Osborne (3), Clark (7), Velicka (5), Susinskas (10), Lockhart (2), Filipovity (1), Yebo (15), Binapfl (DNP)