Baskets verpassen Sieg gegen Holon

Telekom Baskets Bonn vs. Hapoel Holon: 74:75

Zu selten fanden die Baskets Lösungen gegen die Zonenverteidigung von Holon. (Foto: Jörn Wolter)

Das erste Basketball Champions League-Heimspiel mit Fans wird am nächsten Mittwoch (08.11.2023) um 20 Uhr gegen Rio Breogan aus Spanien ausgetragen. Die Baskets benötigen einen vollen Telekom Dome, um wieder in die BCL-Siegerspur zu finden. Im Vorfeld der Partie gegen Breogan findet die Flaggenzeremonie statt, bei der die offizielle Siegerfahne für den Champions League-Titel der vergangenen Saison unter das Hallendach des Telekom Dome gezogen wird.

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Key Facts

  • Leere Halle: Das Heimspiel gegen Holon wurde ohne Zuschauer ausgetragen
  • Topscorer: Harald Frey erzielte 26 Punkte und zehn Assists und hielt die Baskets dadurch im Spiel
  • Wackelige Hände: Die Baskets trafen nur 41,3 Prozent aus dem Feld und nur 31,3 Prozent von der Dreierlinie. Dazu leisteten sie sich 14 Ballverluste
  • Probleme gegen die Zonenverteidigung: Bonn führte nach vier Minuten mit 10:0, verlor aber nach der defensiven Umstellung von Holon den Faden

Spielbericht

Die Baskets starteten auch in das Geisterspiel gegen Holon mit der gleichen Starting Five wie in den vergangenen Wochen. Harald Frey, Noah Kirkwood, Sam Griesel, Till Pape und Benedikt Turudic erwischten dabei einen guten Start in die Partie. Nach zwei Dreiern durch Frey, einem Freiwurf von Turudic und einem erfolgreichen Distanzwurf durch Pape führten die Baskets mit 10:0 (4. Minute). Holon nahm die erste Auszeit und stellte defensiv auf eine Zonenverteidigung um, gegen welche die Baskets fortan kaum eine Lösung fanden. Turudic setzte sich noch einmal im Post-Up durch, doch das sollten die letzten Bonner Punkte der ersten Halbzeit sein (14:6, 6.). Die Gäste sammelten mit jeder weiteren erfolgreichen Verteidigungssequenz mehr Selbstvertrauen und konnten so bis zum Viertelende bereits ausgleichen (14:14, 10.).

Im zweiten Viertel hielt die Bonner Verunsicherung im leeren Telekom Dome an. Frey schaffte einen seltenen erfolgreichen Zug zum Korb für die Baskets und brachte seiner Mannschaft nochmal die Führung (18:17, 12.). Holon antwortete mit zwei erfolgreichen Dreiern in Serie und übernahm spätestens zu dem Zeitpunkt die Kontrolle über das restliche Spielgeschehen der ersten Halbzeit. Die Gastgeber traten im Angiff immer wieder zu statisch auf und spielten sich so kaum gute Würfe heraus. Auch die Auszeiten der Hausherren zeigten keine nachhaltige Wirkung. Savion Flagg markierte nach einem Bonner Offensivrebound zwar endlich mal Punkte unter dem Korb, doch insgesamt kontrollierte Holon die Bretter (26:30, 19.). Die Baskets waren nach eigenen Fehlwürfen oft mit ihren Händen am Ball, der Rebound landete aber am Ende gefühlt fast immer in den Händen der Gäste. Symptomatisch für die erste Halbzeit waren die letzten 30 Sekunden. Bonn fand erneut gegen die Zonenverteidigung kein Mittel, verlor den Ball und kassierte in der letzten Sekunde noch einen And-1-Dunking. So nahmen die Gäste eine 10-Punkte-Führung mit in die Halbzeit (28:38, 20.).

Nach dem Seitenwechsel schraubten die Baskets die Intensität nach oben. Vermehrt wurde nun der Weg zum Korb gefunden, sei es über Anspiele in den Lowpost zu Till Pape oder über den Zug zum Korb von Harald Frey, dem es als einziger Bonner konstant gelang, den Ball in die Zone zu bringen. Dadurch ergab sich auch Platz an der Dreierlinie, den Frey und Kirkwood nutzten, um den Rückstand bis auf einen Punkt zu reduzieren (39:40, 23.). Wenig später traf Ike Udanoh beide Freiwürfe und eroberte so für die Baskets die Führung zurück (41:40, 24.). Frey netzte einen weiteren Dreier ein und die Gastgeber hatten die Partie wieder auf ihre Seite gezogen (46:42, 26.). Bis kurz vor Ende des dritten Viertels behielten die Bonner die Oberhand (50:47, 29.), doch Holon drehte das Spiel durch drei Dreier in Folge erneut (50:56, 30.).

Im Schlussviertel blieb die Partie spannend. Für die Baskets war es immer wieder Frey, der entweder erfolgreich selbst abschloss oder seinen freien Mitspieler fand und dadurch indirekt für Punkte sorgte. Nach seinem fünften getroffenen Dreier lagen die Baskets aber dennoch weiterhin mit drei Punkten zurück (64:67, 37.). Brian Fobbs verkürzte im nächsten Schnellangriff nochmal auf einen Zähler Rückstand, der Führungswechsel gelang aber nicht. Knapp 30 Sekunden vor Schluss war es erneut Fobbs, der sein Team per Dreier auf einen Punkt an Holon heranbrachte (74:75, 40.), bevor der folgende Angriff der Gäste erfolgreich von den Baskets verteidigt wurde. Mit knapp neun Sekunden auf der Uhr hatten die Bonner die Chance auf den Sieg. Frey fand den frei in der Ecke stehenden Kirkwood, dessen Dreierversuch jedoch nur auf den Ring prallte, womit die 74:75-Niederlage besiegelt war.

Punkteverteilung

Telekom Baskets Bonn:

Flagg (4 Punkte), Griesel (9), Udanoh (3), Watson (6), Frey (26/5 Dreier, 10 Assists), Fobbs (11/3), Pape (7/1, 11 Rebounds), Kirkwood (5/1), Sengfelder (0, 5 Rebounds), Turudic (3), Blunt (DNP), Bulic (DNP)

Hapoel Holon:

Noua (10), Smith (11), Dawson (9), Harris (17), Amir (0), Hanochi (7), Artzi (0), Crawford (9), Misgav (12), Sanker (DNP), Solomon (DNP)

Stimmen zum Spiel

Till Pape (#19 Telekom Baskets Bonn):

„Das war schlecht. Wir haben unser Potential überhaupt nicht ausgeschöpft. Sie waren besser als wir. Wir sind gut gestartet, dann auseinandergebrochen und konnten nicht unser Spiel spielen.“

Roel Moors (Headcoach Telekom Baskets Bonn):

„Es war ein sehr schwieriges Spiel für uns. Das Endergebnis ist sogar schmeichelhaft, denn Holon war viel besser als wir. Wir hatten Phasen im Spiel, in denen das Momentum auf unserer Seite war und wir das Spiel hätten drehen können, doch wir waren defensiv nicht fokussiert genug, um Holon die einfachen Würfe wegzunehmen. Es fiel uns über 40 Minuten schwer, in einen guten Rhythmus zu kommen und den Ball gut zu bewegen. Dann ist man langsam, trifft die Würfe nicht, auch die einfachen unter dem Korb nicht. Es war einfach nicht gut genug heute.“

Amit Schaerf (Headcoach Hapoel Holon):

„Ich möchte Bonn und dem Team für ihre Gastfreundschaft danken. Das ist wichtiger als das Spiel. Was sie für uns getan haben, wie sie uns hier empfangen haben, war großartig und das wissen wir zu schätzen, egal wie das Spiel ausgegangen ist. Es war ein seltsames Spiel, so ohne Fans. Frey war unglaublich, wir konnten ihn nicht kontrollieren. Ich weiß es zu schätzen, dass meine Spieler hier sind und nicht zuhause und unsere ausländischen Spieler in den letzten Wochen in Zypern in Hotels gewohnt und dort trainiert haben. [...]“

Pressekonferenz

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