Mit Kantersieg zum Ausgleich im Finale

Telekom Baskets Bonn vs. ratiopharm ulm: 104:75

Finn Delany stellte mit 23 Punkten eine neue persönliche Bestleistung auf. (Foto: Jörn Wolter)

Key Facts

  • Persönliche Bestleistung: Finn Delanys 23 Punkte bedeuteten eine neue persönliche Bestleistung in der easyCredit BBL
  • Ausgleich: Bonn glich die Finalserie mit dem Sieg zum 1:1 aus
  • Historisch: Mit dem 29-Punkte-Erfolg stellten die Baskets ihren zweithöchsten Playoff-Sieg der Klubgeschichte ein (94:65 gegen Ludwigsburg am 31.05.2023). Der höchste Sieg kam auch in diesem Jahr zustande (94:63 gegen Chemnitz am 17.05.2023)
  • Historisch II: Der 104:75-Sieg war der erste Sieg in einem Bundesliga-Finale seit 14 Jahren
  • Ausverkauft: Zum 20. Mal in der Saison war der Telekom Dome mit 6.000 Zuschauern komplett ausgelastet
  • Kaderupdate: Die Baskets spielten erneut ohne Karsten Tadda und Collin Malcolm, Javontae Hawkins konnte nach einer im zweiten Viertel erlittenen Kopfverletzung nicht mehr mitspielen

Spielbericht

Die Baskets starteten ins zweite Finalspiel gegen Ulm genauso wie in die erste Partie zwei Tage zuvor. TJ Shorts II, Jeremy Morgan, Tyson Ward, Finn Delany, Leon Kratzer und 6.000 lautstarke Fans im ausverkauften Telekom Dome gaben von Beginn an alles. Direkt im ersten Angriff netzte Delany einen laut umjubelten Dreier ein, den Ulm durch Thomas Klepeisz jedoch direkt konterte (3:3, 1. Minute). Beide Mannschaften fanden früh einen offensiven Rhythmus. Die Baskets ließen sich zudem auch bei lange andauernden Angriffen nicht aus der Ruhe bringen. So traf Morgan mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr einen Dreier zur Führung und läutete damit einen 7:0-Lauf ein, wodurch die Baskets schon im ersten Viertel höher führten, als im gesamten ersten Spiel (12:7, 4.). Der zweite Klepeisz-Dreier wurde von Javontae Hawkins aus der Distanz prompt gekontert (15:10, 5.). Die Hausherren kämpften um jeden Ball und sprangen dem Spielgerät auch auf dem Boden hinterher. Das frenetische Publikum im Telekom Dome honorierte diesen Einsatz mit lautstarkem Jubel. Nach einem frei herausgespielten und erfolgreichen Dreier durch Sebastian Herrera traf Shorts II wenig später von der Freiwurflinie erstmals zur zweistelligen Führung (24:14, 10.). Mit zehn Punkten Vorsprung endete dann auch das erste Viertel (26:16, 10.). Bonn traf im ersten Spielabschnitt die Hälfte aller Würfe aus dem Feld (9/18 Feldwürfe) und hatte bis dahin schon fünf Dreier eingenetzt.

Im zweiten Viertel erarbeiteten sich die Baskets weiterhin viele offene Würfe, die zu Beginn jedoch nicht durch den Korb fallen wollten. Knapp fünf Minuten lang erzielte Bonn keinen Punkt, die Ulmer nutzten das mit einem 10:0-Lauf zum Ausgleich (26:26, 15.). Nach einer Auszeit durchbrach Morgan den gegnerischen Lauf mit einem Korbleger und legte von der Freiwurflinie nach. Hawkins traf ebenfalls per Korbleger und Bonn führte wieder mit sechs Punkten (32:26, 16.). Wenig später setzten die Baskets einen weiteren 11:0-Lauf obendrauf und enteilten auf 15 Punkte Vorsprung. Delany vollendete in dieser Phase zunächst per And-1, nachdem er mit dem Ball über das gesamte Feld gesprintet war, im nächsten Angriff netzte der Neuseeländer dann einen Dreier ein (43:28, 20.). Der Telekom Dome explodierte. Mit 45:29 ging es in die Halbzeitpause. Die Baskets dominierten das Brett in der ersten Hälfte mit 25:15 Rebounds. Zehn Abpraller sammelten Tyson Ward und Co. Am offensiven Brett ein. Ward präsentierte sich allgemein in der ersten Hälfte mit sieben Rebounds als sehr aufmerksam, Kratzer folgte mit fünf eingesammelten Abprallern in der ersten Halbzeit. Bitter war für die Baskets der verletzungsbedingte Ausfall von Hawkins, der im zweiten Viertel hart auf den Kopf aufprallte und sich einen Cut zuzog.

Zum Start in die zweite Hälfte erhöhten die Baskets per Alley-Oop von Shorts II auf Kratzer und durch einen Delany-Korbleger mit Ablauf der Angriffszeit schnell auf 20 Punkte Vorsprung (49:29, 22.). Trotz des deutlichen Spielverlaufs wurde die Partie etwas hitziger. Bruno Caboclo zog Michael Kessens am Arm, dieser reagierte mit einem Schubser und wurde dafür disqualifiziert. Die Gastgeber ließen sich aber auch davon nicht aus der Ruhe bringen und dominierten das Spiel weiterhin. Der Vorsprung wuchs durch immer mehr offene Würfe und eine gute Trefferquote kontinuierlich an. Herrera und Deane Williams erzielten jeweils fünf Punkte, sorgten damit für einen 10:2-Lauf und Bonn führte bereits mit 31 Punkten (69:38, 28.). Im Telekom Dome herrschte völlige Ekstase. Mit einer 31-Punkte-Führung ging es auch ins Schlussviertel (75:44, 30.).

Die Baskets drückten auch im letzten Viertel weiter auf das Gaspedal. Nach einem Korbleger von Kratzer wuchs der Vorsprung zwischenzeitlich sogar auf 35 Punkte an (79:44, 31.). Trotz des deutlichen Spielverlaufs waren die Fans im Telekom Dome weiterhin mit lautstarker Unterstützung zur Stelle. Die Baskets agierten mit viel Selbstvertrauen. Symptomatisch dafür war die Szene, als Co-Captain Morgan mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr einen Stepback-Dreier über das Brett versenkte (85:53, 32.). Ulm kam im letzten Viertel offensiv zwar zu 31 Punkten, doch Bonn war im Angriff selbst weiterhin auch gut aufgelegt. Delany erzielte mit einem Dunking seine Zähler 22 und 23, bevor er unter tosendem Applaus ausgewechselt wurde (87:56, 34.). In den Schlussminuten schickte Deane Williams noch drei erfolgreiche Distanzwürfe auf den Weg durch den Korb und knackte damit auch die 100-Punkte-Marke (101:72, 39.). Von der Freiwurflinie stellten Zach Ensminger und Ward den 104:75-Endstand her.

Statements zum Spiel

Anton Gavel (Headcoach ratiopharm ulm):

„Glückwunsch an Coach Iisalo und seine Mannschaft zum absolut verdienten Sieg. Wir waren in allen Aspekten unterlegen. Ob das nun die Offensive oder Defensive war: Wir haben keine Lösungen gefunden. Deswegen kam die Klatsche zustande. Es steht trotzdem nur 1:1, es ist nur ein Spiel, das wir verloren haben. Die Serie geht weiter. Ich hoffe, dass wir so etwas gebraucht haben, um uns auf die nächsten zwei Begegnungen richtig vorbereiten zu können und um bereit zu sein, einen richtigen Kampf abzuliefern.“

Tuomas Iisalo (Headcoach Telekom Baskets Bonn):

„Vielen Dank für die Glückwünsche. Es war in allen Bereichen ein deutlich besseres Spiel von uns als vorgestern. Wir haben mit sehr hoher Intensität gespielt. Wir waren schneller und haben wirklich in jeder Situation gut gekämpft. Natürlich hilft es, wenn man 46 Prozent von der Dreierlinie trifft, anstatt 24 Prozent. Wie Coach Gavel bereits gesagt hat: Es ist nur ein Spiel und jetzt geht die Serie in Ulm weiter.“

Punkteverteilung

Telekom Baskets Bonn: Shorts II (16 Punkte/1 Dreier, 9 Assists), Ward (8/1, 8 Rebounds), Falkenstein (0), Ensminger (3), Kessens (0), Herrera (17/3, 6 Assists), Hawkins (5/1), Morgan (13/2), Kratzer (6, 7 Rebounds), Williams (13/4), Delany (23/4, 5 Rebounds)

ratiopharm ulm: dos Santos (9), Paul (3), Christen (9), Bretzel (5), Herkenhoff (3), Nunez (2), Klepeisz (6), Hawley (5), Jallow (17), Zugic (9), Caboclo (5), Fuchs (2)