Starkes drittes Viertel führt zu erstem Heimsieg

Telekom Baskets Bonn - Brose Bamberg: 84:76

Finn Delany zeigte mit 13 Punkten erneut ein starkes Spiel. (Foto: Jörn Wolter)

Key Facts

  • Kaderupdate: Die Baskets mussten weiterhin auf den verletzten Michael Kessens verzichten
  • 19:2-Lauf: Im dritten Viertel drehten die Baskets das Spiel und gaben die Führung nicht mehr ab
  • Ausgeglichenes Scoring: Fünf Baskets-Spieler punkteten zweistellig, angeführt von TJ Shorts II mit 16 Zählern und neun Assists
  • Stimmungsvoller Heimauftakt: 5.030 Zuschauer verhalfen den Baskets zum Sieg im ersten Bundesliga-Heimspiel
  • Aktive Hände: Bonn forcierte 20 Bamberger Ballverluste
  • Historisch: Die Partie gegen Bamberg war das 950. Bundesliga-Spiel der Baskets-Geschichte

Spielbericht

Wie auch in den ersten beiden Pflichtspielen starteten die Baskets mit TJ Shorts II, Karsten Tadda, Jeremy Morgan, Collin Malcolm und Finn Delany in die Partie. Im Gegensatz zum Offensivfeuerwerk vom Mittwoch in der Champions League startete das Spiel dieses Mal mit einer geringeren Punkteausbeute auf beiden Seiten. Einige Ballverluste und zu Beginn niedrige Wurfquoten sorgten dafür, dass nach fünf Minuten erst insgesamt zwölf Punkte erzielt wurden (6:6, 5. Minute). Die Gäste störten den Bonner Offensivrhythmus mit einer Zonenverteidigung und übernahmen die Führung (8:12, 7.). Leon Kratzer mit einem Putback-Dunking und Sebastian Herrera mit einem Dreier glichen sorgten für den kurzzeitigen Ausgleich, doch Bamberg ging mit einem knappen Vorsprung ins zweite Viertel (17:19, 10.).

In den ersten fünf Minuten des zweiten Viertels verlief das Spiel auf Augenhöhe, wobei Bamberg meist den kleinen Vorteil behielt (30:33, 15.). Mit einem 7:0-Lauf konnten die Gäste sogar erstmals zweistellig in Führung gehen, was Bonns Headcoach Tuomas Iisalo zu zwei Auszeiten in kurzer Zeit zwang (30:40, 17.). Danach kämpften sich Baskets Stück für Stück wieder an die Bamberger heran und auch Gäste-Trainer Oren Amiel bat seine Mannschaft zweimal innerhalb von drei Minuten zur Auszeit (37:41, 19.). Zur Halbzeit führte Bamberg mit vier Zählern (39:43, 20.).

Nach dem Seitenwechsel trafen die Hausherren ihre herausgespielten Würfe zu selten und waren in der Verteidigung manchmal einen Schritt zu langsam, wodurch Bamberg seinen Vorsprung wieder ausbaute (41:50, 23.). Dann gelang es den Baskets endlich, den Schalter umzulegen. Mit deutlich aggressiverer Verteidigung forcierten die Gastgeber mehrere Ballverluste und ließen den Bambergern nur noch schwierige Würfe übrig. Dadurch erarbeitete sich das Team von Trainer Iisalo auch im Angriff einen Rhythmus. Mit einem 19:2-Lauf inklusive drei erfolgreicher Dreier und zwei erfolgreichen Abschlüssen trotz Foul brachten die Baskets den Telekom Dome zum Beben und drehten das Spiel auf ihre Seite (60:52, 27.). Vor dem Schlussviertel führte Bonn mit neun Punkten (64:55, 30.).

Jeremy Morgan eröffnete das vierte Viertel mit zwei erfolgreichen Dreiern in Serie und Bonn führte erstmals zweistellig (70:55, 31.). Die Baskets kontrollierten das Spiel nun und schienen den ersten Heimsieg ungefährdet über die Zeit bringen zu können (79:65, 37.). Bambergs Trainer Amiel zückte aber nochmal alle Register, griff zur Coaches Challenge und seiner letzten Auszeit und das zeigte nochmal Wirkung. Mit einem 8:0-Lauf kämpften sich die Gäste nochmal gefährlich nah heran (79:73, 39.). Mit fünf Punkten in Serie machte TJ Shorts II den Deckel drauf und Bonn feierte mit 84:76 den ersten Heimsieg in der neuen Bundesliga-Saison. Dadurch bleiben die Baskets auch im zweiten Spiel ungeschlagen und führen weiterhin die Tabelle der easyCredit BBL an.

Statements zum Spiel

Tuomas Iisalo (Headcoach Telekom Baskets Bonn):

„Es war so schwierig wie erwartet: Bamberg hat viel offensives Talent, das hat man gemerkt. Fast jeder ihrer Spieler kann werfen, das macht das Spielfeld sehr breit. Unsere Verteidigung und unsere Leistung in der ersten Halbzeit waren etwas energielos. Ich bin sehr stolz auf unsere Leistung in der zweiten Halbzeit, da haben wir uns sehr gesteigert. Unsere second unit, die sogenannten Bankspieler, haben uns unglaublich viel Energie gegeben. Wenn wir mit dieser Energie spielen, bekommen wir zehn Mal mehr Unterstützung durch die Fans – das ist heute passiert. Es war eine unglaubliche Stimmung und es war sehr schön, hier zu gewinnen. Wir machen momentan noch viele leichte Fehler, aber das passiert jedem Team, das so noch jung ist wie wir. Karsten Tadda ist der einzige Spieler über 30 Jahre neben Mike Kessens, der aktuell verletzt ist. Viele unserer Spieler spielen zum ersten Mal auf diesem Level und müssen sich an das Niveau noch gewöhnen. Aber wenn wir mit dieser Energie spielen, können wir unsere Fehler korrigieren.“

Oren Amiel (Headcoach Brose Bamberg):

„Zuallererst möchte ich mich bei unseren Fans für die tolle Unterstützung bedanken. Man kann wirklich nicht sagen, dass wir eine Siegesserie haben, aber sie stehen trotzdem hinter uns. Das heutige Spiel war fast ein Abbild der letzten drei Spiele: Wir spielen über weite Strecken gut, aber sobald wir schlecht spielen, bezahlen wir dafür – meistens durch Ballverluste. Wir müssen lernen, diese Phasen zu überstehen, selbst wenn man keinen guten Rhythmus in der Offensive hat. Wir haben drei Viertel gewonnen, aber während des Bonner Laufs haben wir sie nicht gestoppt, nicht unsere Fouls genutzt und zu viele Ballverluste begangen. Dadurch hat Bonn einfache Fastbreak-Punkte erzielen können. Ich bin dennoch der Meinung, dass wir Fortschritte machen. Wir müssen eine Lösung für die Phasen finden, in denen wir nicht das Momentum haben.“

Punkteverteilung

Telekom Baskets Bonn: Shorts II (16 Punkte/1 Dreier, 9 Assists), Ward (7/1), Ensminger (4), Herrera (15/3), Tadda (0), Malcolm (7/1), Morgan (12/4), Kratzer (10), Williams (0), Delany (13/1), Falkenstein (DNP)

Brose Bamberg: Bell (12/1), Wright-Foreman (17/2), Kariniauskas (8), Wohlrath (8/2), Bohacik (2), Chachashvili (8), Young (2), Reaves (3/1), Heckmann (0), Sengfelder (16/3), Blunt (DNP), Bulic (DNP)