Starkes drittes Viertel bringt Bonn auf die Siegerstraße

Überaus zufrieden zeigte sich Baskets-Headcoch Predrag Krunic nach dem Abpfiff in Tübingen. Soeben hatte sein Team beim Aufsteiger WiredMinds deutlich mit 99:77 gewonnen und damit den Anschluss an die Tabellenspitze der s.Oliver Basketball Bundesliga wahren können. Ich bin sehr froh, dass wir das Spiel bereits im dritten Viertel entscheiden konnten. Eine enge Schlussphase hätte sicher einige Nerven gekostet, so Krunic. Dass es nicht so kam, verdankte der Trainer der Telekom Baskets vor allem einer Leistungssteigerung seines Teams Mitte des dritten Viertels, als drei Dreier in Folge von Hurl Beechum, Aleksandar Zecevic und Terrence Rencher ein bis dahin ausgeglichenes Spiel zu Gunsten des Vizemeisters aus Bonn kippten. Hier muss man erstmal gewinnen hatte Baskets-Sportmanager Arvid Kramer vor der Partie gewarnt und zunächst sollten seine Sorgen berechtigt sein. Der Austeiger spielte vor 1.300 Zuschauern in der ausverkauften Uhlandhalle, darunter ca. 70 Bonner Fans, munter mit. Lloyd Pierce setzte in den ersten Minuten die Akzente im Spiel der Gastgeber und war maßgeblich daran beteiligt, dass sein Team nach dem ersten Viertel mit 22:22 das Spiel offen hielt. Im zweiten Viertel kam es sogar noch besser für die WiredMinds. Gegen eine starke Defense hatten es die Baskets zunehmend schwerer, bis zum Korb vor zu dringen. Ein Freiwurf von Tübingens Center Sean Schiano in der 13. Minute zum 29:22 beendete einen 12:0-Lauf seines Teams. Die Halle tobte, doch die Baskets ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Zwei Minuten später konnte Bonns Bester Aleksandar Nadjfeji sein Team mit 32:31 wieder in Führung bringen. Bis zum Pausenstand von 40:40 blieb das Spiel absolut ausgeglichen. Predrag Krunic musste den Spielern in der Pause von seiner Angst vor einer knappen Schlussphase in Tübingen erzählt haben. Jedenfalls nahm die Qualität des Bonner Spiels nach dem Seitenwechsel in allen Bereichen deutlich zu. Vor allem wurde das Spiel schneller. Zu schnell für den Aufsteiger, denn nach einem Zwischenspurt in den ersten zwei Minuten des dritten Viertels hatten die Baskets eiskalt durch drei Drei-Punkte-Würfe in Folge plötzlich eine 50:42 Führung heraus geschossen und die Stimmung in der Halle mächtig abgekühlt. Jetzt drückte Bonn dem Spiel seinen Stempel auf, auch, weil Tübingen zunehmend die Kräfte verließen. Dem hohen Tempo und der starken Defense der ersten Hälfte musste nun Tribut gezollt werden. Vier Minuten vor Viertelende besorgte der glänzend aufgelegte Terrence Rencher, dem insgesamt acht Assists gelingen sollten, per Dunking die bis dahin höchste Führung der Bonner zum 65:49. Eine Führung, die bis zum Schlusspfiff nicht mehr in Gefahr geriet. Tübingen konnte nicht mehr zulegen, der überragende DeJuan Collins war zumeist auf sich alleine gestellt. Am Ende siegten die Telekom Baskets deutlich mit 99:77. Die Augen sind nun auf das kommende Saporta-Cup-Spiel bei Anwil Wloclawek gerichtet. Gelingt den Bonnern in Polen ein Sieg, wären sie Zweiter der Saporta-Cup-Gruppe C und könnten sich so das Heimrecht im Rückspiel des Achtelfinals sichern. Das Spiel beginnt am Dienstag, 05.02.2002, bereits um 18.15 Uhr und wird live von Radio Bonn/Rhein-Sieg übertragen.