Tabellenführer nach Overtime gestürzt

ratiopharm ulm - Telekom Baskets Bonn 103:107 (25:28, 29:20, 19:21, 19:23, 11:15)

Jordan brachte neben seinen 22 Punkten auch noch zehn Assists an den Mann - und erzielte damit ein lupenreines Double-Double. Insgesamt versenkten die Telekom Baskets zwölf ihrer 26 Dreier (46,2 Prozent), wobei besonders sich die beiden designierten Distanzschützen Benas Veikalas (4/5) und Robert Vaden (4/7) besonders treffsicher zeigten - beide avancierten in der Verlängerung zu den entscheidenden Akteuren auf Seiten der Rheinländer. Die Gäste starteten vor laufenden SPORT1-Kameras direkt voll durch und erarbeiteten sich durch eine gute Balance zwischen Innen- und Außenspiel früh einen kleinen Vorsprung. Am Brett tankte sich Chris Ensminger mehrmals durch, aus der Distanz stachen Robert Vaden und Benas Veikalas (6:14, 4. Minute). Dass auch der amtierende Vizemeister von jenseits der 6,75 Meter-Linie zuschlagen kann, bewiesen Nationalspieler Per Günther und Routinier Steve Esterkamp gleich im Doppelpack, wodurch die Bonner Führung schnell zusammenschmolz (19:20, 7. Minute). Da die Schwaben den rheinischen Distanzschützen jedoch nicht aggressiv genug auf den Fersen standen, bedankten sich diese mit insgesamt vier Treffern bei fünf Versuchen im ersten Viertel (25:28, 10. Minute). Der Punktereigen hielt auch im zweiten Abschnitt an, wobei es auf beiden Seiten nicht am defensiven Engagement mangelte. Die Gastgeber taten beinahe alles dafür, um Jared Jordan die Anspielstationen wegzunehmen, weshalb der Aufbau unerwartet oft selbst den Abschluss suchte - und das überaus erfolgreich. Mitte des zweiten Viertels hatte der Baskets-Regisseur bereits 16 Zähler auf dem Konto, weswegen Ulms Trainer Thorsten Leibenath eine Auszeit einforderte (34:39, 14. Minute). Die „Spatzen“ stellten in der Verteidigung etwas um und brachen damit den Rhythmus der Baskets empfindlich. Dank eines 9:2-Laufs übernahm Ulm erstmals in der Partie die Oberhand (43:41, 15. Minute), Bonn konterte jedoch umgehend durch einen Dreier von Andrej Mangold und einem Dunk von Jonas Wohlfarth-Bottermann. Die Hausherren blieben ihrer Linie treu und legten in der Vorwärtsbewegung nochmals eine Schippe drauf - ein 10:0-Run kurz vor der Pause brachte das Momentum vollends auf die Seite der Gastgeber (54:48, 20. Minute). Von dem eher durchwachsenen zweiten Viertel zeigte Bonn sich nach dem Seitenwechsel herzlich unbeeindruckt. Im Alleingang sorgte Kyle Weems - inklusive zwei Dreiern und einem Alley-Oop - mit zehn Zählern in Serie dafür, dass die Partie weiter eng blieb (66:66, 26. Minute). Da Ulm in der Offensive die Last auf mehr Schultern verteilte, konnte der Tabellenfahrer vor dem Schlussviertel wieder die Führung an sich reißen (73:69, 30. Minute). War es im dritten Viertel Kyle Weems gewesen, der ein „heißes Händchen“ hatte, so übernahm zu Beginn des finalen Durchgangs Patrick Ewing jr. in der Offensive viel Verantwortung. Der Amerikaner machte sechs Bonner Punkte in Folge, wodurch es weiter eng blieb (80:78, 34. Minute). Ab diesem Zeitpunkt konnte sich keine Mannschaft mehr einen klaren, nicht mal mehr einen kleinen Vorteil erspielen. Ulm legte vor, Bonn zog erfolgreich nach. So auch fünf Sekunden vor Schluss, als der überragend agierende Jared Jordan einen Korbleger zum 92:92-Ausgleich versenkte - was für die Anwesenden in der Halle sowie die TV-Zuschauer eine fünfminütige Extraschicht bedeutete. In dieser war es Benas Veikalas vorbehalten, gleich zwei Dreier durch die Ulmer Reuse zu schicken und die Schwaben damit direkt unter Druck zu setzen (96:98, 42. Minute). Steve Esterkamp konterte seinerseits von „Downtown“, doch die Rheinländer hatten durch den Doppelpack des Litauers kollektiv Blut geleckt. Die Baskets griffen in der eigenen Hälfte konsequent durch und stoppten die „Spatzen“ gleich mehrfach. Der dritte Bonner Dreier der Verlängerung, auf die Reise geschickt durch Robert Vaden, ließ den Baskets-Express knapp anderthalb Minuten vor Ende endgültig auf die Siegerstraße einbiegen. Ulm musste taktisch foulen, um zusätzliche Ballgewinne zu generieren, konnte jedoch selbst offensiv nicht genug zulegen, um die zweite Heimniederlage der Saison abzuwenden. Michael Koch (Telekom Baskets Bonn): „Das war heute ein Riesenspiel von beiden Teams, wenn auch sehr offensivlastig - das wird den Zuschauern sicher gefallen haben. Meine Mannschaft hat mit dem Selbstvertrauen gespielt, das sie sich durch die Siege gegen Oldenburg und Antwerpen erarbeitet hat und hat sich selbst mit einem Sieg belohnt.“ Telekom Baskets Bonn: McCray (3), Ensminger (14), Veikalas (16/4 Dreier), Ewing jr. (15), Mangold (4/1), Thülig (dnp), Jordan (22/1, 10 Assists), Weems (10/2, 9 Rebounds), Vaden (21/), Wohlfarth-Bottermann (2) ratiopharm ulm: Günther (22/2, 6 Assists), Betz (4), Gausa (dnp), Jönke (2), Theis (3), Heberlein (dnp), Esterkamp (19/3), Watts (6), Schwethelm (9/1), Jeter (12/2), Nankivil (4), Bryant (22, 7 Rebounds)