Taktisches Duell der Trainer am Ende

Am Dienstagabend verloren die Telekom Baskets Bonn beim russischen Tabellenführer UNICS Kazan mit 71:86 (17:20, 15:21, 20:19, 19:26) ihr zweites von bisher sechs Saporta-Cup-Spielen. Die Niederlage zum Auftakt der Rückrunde schmerzt die Baskets allerdings weniger als die Verletzung (starke Prellung oberhalb des Knies) ihres Topscorers Aleksandar Nadjfeji, der im letzten Viertel mit Michael McDonalds zusammen prallte. Mit der 15-Punkte-Niederlage haben die Baskets den für die Endabrechnung möglicherweise entscheidenden direkten Vergleich gegen Kazan (Hinspiel: 95:76) mit vier Punkten gewonnen. Zum Schluss war alles nur noch ein taktisches Duell zwischen Kazans Trainer Stanislav Eremine und Bonns Coach Predrag Krunic, so Sport-Manager Arvid Kramer. 25 Sekunden vor dem Ende führten die Russen mit 85:67 (18 Punkten), womit ihnen nur noch zwei Punkte für den Gewinn des direkten Vergleichs fehlten. Beide Teams versuchten mit allen Mitteln, jeweils einen Dreier der Gegenseite zu verhindern. Die Baskets lösten das Problem mit taktischen Fouls und zwangen den Gegner somit an die Freiwurflinie, der dort nicht zu 100 Prozent traf, während die Baskets ihrerseits punkten und damit verkürzen konnten. Bonn startete nicht konsequent in der Verteidigung, eine 42:31-Führung Kazans zur Halbzeit war die Folge. Als die Baskets mit drei Dreiern von Hurl Beechum zur Aufholjagd bliesen und Mitte des 3. Viertels auf 43:45 verkürzen konnten, sorgten Foulprobleme im Centerbereich (5. Foul für Klette und Mardesich) wie zuletzt in Berlin für eine Vorentscheidung. Wenn nach den Centern Branko Klepac und Marc Suhr jetzt auch noch Nadjfeji ausfällt, haben wir gegen Leverkusen eine noch dünnere Personaldecke, befürchtet Kramer. Punkte bei Bonn Rencher 4, Nadjfeji 14/1 Dreier, Beechum 21/5, Klette 2, Burke 19/1, Mardesich 8, Zecevic 3 Beste Werfer bei Kazan Muursepp 18, Ioudine 16/2, Vicentic 15/2, Popovic 18/2 Rebounds Bonn 35/Kazan 37 Ballverluste Bonn 11/Kazan 6