Telekom Baskets bestehen in Bamberg

Terrence Rencher hatte nach dem Schlusspfiff allen Grund zum Strahlen. Als die Gastgeber aus Bamberg kurz vor Ende des Spiels durch einen Dreier von Gert Kullamäe auf einen Punkt an die Baskets heran kamen, sorgte sein mutiger Distanzwurf im direkten Gegenzug für Ruhe auf den Rängen und Riesenjubel bei den mitgereisten 100 Basketsfans. Bonn lag 43 Sekunden vor dem Schlusspfiff wieder mit 68:64 vorn und lies sich den Erfolg nicht mehr nehmen. Aleksandar Nadjfeji machte elf Sekunden vor Abpfiff mit einem krachenden Dunking den 72:64-Sieg perfekt. Die Telekom Baskets hatten sich nach der Niederlage vor zwei Tagen gegen Köln eindrucksvoll zurück gemeldet. Zuvor sahen die 3.500 Zuschauer im Bamberger Forum eine hektische Partie zweier Teams, die vor allem auf gute Verteidigung wert legten. Bis sechs Minuten vor der Halbzeitpause gelang das dem Team von Heacoach Predra Krunic weitaus besser als den Gastgebern. Bambergs Chris Ensminger wurde von Aleksandar Radojevic fast völlig aus dem Spiel genommen. Insgesamt sollten dem besten Rebounder der vergangenen Saison nur ein erfolgreicher Wurf bei 13 Versuchen gelingen. Dann griff Trainerfuchs Dirk Bauermann in die Trickkiste. Eine lautstarke Beschwerde bei den Schiedsrichtern, die bis dahin kaum Probleme mit dem Spiel hatten, verschafften ihm ein technisches Foul. Der vermeintliche Vorteil für die Baskets sollte sich schnell als Nachteil erweisen, denn nun wurde das Spiel hektisch; die Baskets ließen sich vom aggressiven Spiel der Bamberger anstecken und ein 16-Punkte-Vorsprung (32:16) schmolz bis zur Pause auf sechs Punkte zusammen (36:30). Nach dem Seitenwechsel konnten die Baskets wieder Ruhe ins Spiel bringen und den Abstand bei neun bis elf Punkten halten. Nochmals spannend machten es die Bamberger in letzten Abschnitt des Spiels. Wir haben aufgehört Defense zu spielen, beschrieb Krunic die Situation später. Bonn schaute bei den meisten Aktionen der Hausherren zu und kassierte einen Punkt nach dem anderen. Rick Stafford und Gert Kullamäe schossen ihr Team wieder heran. Stafford vor allem von der Freiwurflinie, wo der Ex-Giessener 15 seiner 16 Würfe verwandeln konnte. Ein Dreier von Kullamäe brachte den TSK erstmals in Führung, direkt gefolgt von einen weiteren Korbleger. Bamberg lag fünf Minuten vor Schluss mit 57:54 vorn. Doch die Baskets besannen sich wieder auf ihre Stärken. Die Verteidigung stand jetzt wieder. Leichte Körbe für die Gastgeber wurden nicht mehr gestattet. Terrence Rencher, der bärenstarke Aleksandar Nadjfeji und Brad Traina, der nach vergeben Freiwurf seinen eigenen Rebound holte und versenken konnte, brachten Bonn mit 63:57 in Front und zurück auf die Siegerstraße. Bamberg setzte alles auf eine Karte. Ein Dreier von Kullamäe aus über acht Metern verkürzte den Abstand nochmals auf einen Punkt. Vergebens, denn Terrence Rencher konterte ebenfalls eiskalt aus der Distanz. Die Baskets blieben im Bamberger Hexenkessel cool und siegten am Ende mit 72:64 Das war ein hartes Stück Arbeit, meinte Baskets-Sportmanager Arvid Kramer nach dem Spiel. In Bamberg zu gewinnen ist immer sehr schwer, besonders aber, wenn man erst vor zwei Tagen gegen Köln spielen musste. Durch den dritten Sieg im vierten Spiel der s.Oliver BBL orientieren sich die Telekom Baskets weiter im oberen Feld der Tabelle. Am kommenden Dienstag folgt der erste Auftritt in der Saison auf europäischem Parkett. Im ersten Gruppenspiel des ULEB-Cups ist Bonn zu Gast beim französischen Erstligisten Gravelines. Das Spiel beginnt am 15.10.02 um 20.00 Uhr. Radio Bonn/Rhein-Sieg meldet sich ab 19.30 Uhr aus dem Badeort an der Atlantikküste.