Telekom Baskets verlieren Spiel 4 mit 66:82

Bonner Basketballer vergeben ersten Matchball im Finale um die Deutsche Basketball-Meisterschaft - Starker Auftritt Oldenburgs im Telekom Dome - Entscheidung fällt jetzt am Donnerstag

Die Telekom Baskets Bonn haben die große Chance, vor eigenem Publikum die Meisterschaft einzufahren, nicht genutzt. In Spiel vier der Finalserie Best-of-Five gegen die EWE Baskets Oldenburg mussten sich die Spieler von Headcoach Michael den Niedersachsen mit 66:82 (13:23, 20:23, 20:19, 13:17) geschlagen geben. Die Entscheidung um die Deutsche Basketball-Meisterschaft fällt jetzt im alles entscheidenden fünften Spiel der Finalserie am Donnerstag, 25.06.09, um 20.15 Uhr in Oldenburg. Vor 6.000 Zuschauern im ausverkauften Telekom Dome konnten die heimischen Baskets zu keiner Zeit ihrem Ruf als eine der heimstärksten BBL-Teams der Saison 2008/09 gerecht werden. Wie schon in Spiel zwei der Serie konnten das Bonner Team nicht an die starken Leistungen der voraus gegangenen Auswärtsspiele anknüpfen. Bisher hatte kein Heimteam in der Finalserie einen Sieg landen können, der vermeintliche Heimvorteil war fast schon ein Heimnachteil geworden. So auch in Spiel vier, in dem es den Telekom Baskets Bonn nicht gelang, den ersten von zwei Matchballen zum Gewinn der Deutschen Basketballmeisterschaft zu verwandeln. Den letzten Heimauftritt der Baskets in dieser Saison hatten sich die Fans auf dem Hardtberg sicher anders vorgestellt. Anstatt zuhause an die starke Leistung aus Spiel drei vom vergangenen Sonntag anzuknüpfen, präsentierten sich die Baskets alles andere als souverän. Von Beginn an war deutlich zu spüren, dass ausgerechnet an diesem Abend der Wurm im Bonner Spiel war. Ganz anders die Gäste: Oldenburg zeigte von Anfang bis Ende sein bisher bestes Spiel der Finalserie und gewann so auch in dieser Höhe völlig verdient. Nur ganz zu Beginn konnten die Baskets dem starken Spiel der Gäste Paroli bieten. Nachdem Oldenburg in weniger als zwei Minuten auf 0:6 davon gezogen war, konnten Winsome Frazier und EJ Rowland schnell auf 5:6 verkürzen (4.). Danach gestaltete sich der weitere Spielverlauf eindeutig zu Gunsten der Gäste aus Niedersachsen. Während den Telekom Baskets wenig in der Offensive gelang, trumpften die Donnervögel groß auf. Je länger das Spiel dauerte, desto stärker lastete der Druck auf den Schultern der Bonner Spieler. Bonn war die Nervosität, erstmals vor eigenem Publikum die Meisterschaft einfahren zu können, deutlich anzumerken. Was zwei Tage zuvor in Oldenburg noch hervorragend funktionierte, war diesmal nicht von Erfolg gekrönt. Besonders von der Dreierlinie erwischten die Baskets einen schwarzen Tag. Insgesamt ging nur ein einziger Distanzwurf bei elf Versuchen ging durch das Netz der Gäste. Oldenburg dagegen traf sieben von 15 Würfen. Wir waren zu keiner Zeit zu 100% auf dem Feld, bemängelte Baskets-Coach Michael Koch nach den Auftritt seiner Jungs, die über die gesamte Spielzeit nie richtig ins Spiel kamen. Meistens führten die Gäste mit zehn oder mehr Punkten und nur im zweiten Viertel gelang es durch Ken Johnson, den Rückstand auf acht Punkte zu verkürzen (33:41, 18.). Die Fans schöpften immer wieder Hoffnung, doch ihr Team bekam einfach kein Bein auf den Boden. Egal was die Baskets auch versuchten, Oldenburg hatte stets die passende Antwort. Zumeist durch Rickey Paulding (21 P., 7 Reb.), dem phasenweise so ziemlich alles gelang oder Je`Kel Foster (20 P., 6 Reb.). Bonn bemühte sich, aber es fehlte die entscheidende Initialzündung für eine Aufholjagd. So gelang es den EWE Baskets bis zum Schluss, den Rückstand der Bonner stets zweistellig zu halten. Oldenburgs Rickey Paulding sorgte spätestens im vierten Spielabschnitt mit zwei schwierigen Dreiern hintereinander zum 53:73 für eine Vorentscheidung. Bei den Baskets hielten besonders EJ Rowland (20 Punkte) und John Bowler (16 Punkte) dagegen, doch insgesamt kam von Bonn an diesem Abend zu wenig. Der vierte Auswärtssieg im vierten Spiel der Finalserie bringt beide Teams wieder zurück auf die Ausgangsposition. Es steht jetzt 2:2, das nächste Spiel muss die Entscheidung herbeiführen. Am kommenden Donnerstag, 25.06.09, um 20.15 Uhr, wird in der EWE Arena Oldenburg der diesjährige Meister ermittelt (Live auf sportdigital.tv, bbl.tv und Radio Bonn/Rhein-Sieg). Aufgrund des zu erwartenden großen Fan-Interesses für eine Live-Übertragung des entscheidenden 5. Finales in Oldenburg findet das Public Viewing nun nicht in der Telekom-Zentrale statt, sondern auf dem Bonner Museumsplatz an der B 9. Der Eintritt ist frei. Baskets-Coach Mike Koch: "Von der ersten bis zur letzten Sekunde war meine Mannschaft nicht auf dem Feld. Das fing damit an, dass wir in unserem ersten Angriff den Ball verloren haben und endete damit, dass wir drei Sekunden vor Schluss ein Foul an der Mittellinie begangen haben. Das ganze Spiel lief gegen uns: Diese einfachen und mentalen Fehler müssen wir abstellen, um noch eine Chance zu haben. Jetzt gibt es übermorgen ein Do-or-Die-Spiel in Oldenburg, das hatten wir schon in Berlin. Wir versuchen jetzt positiv zu denken und werden uns an unsere erfolgreichen Auswärtsspiele erinnern." Oldenburg Coach Predrag Krunic: "Wir haben heute gut verteidigt und in der Offensive sehr kontrolliert agiert. Wir haben gut gereboundet und haben vor unseren begeisterten Fans ein tolles Spiel gemacht." Beste Werfer Bonn: Rowland (20 Pkt./ 0-3er), Bowler (16/0), King (7/0), Bowman (7/0), Frazier (5/0), Flomo (4/0), Strasser (3/1), Yarbrough (2/0), Johnson (2/0) Beste Werfer Oldenburg: Paulding (21 Pkt./ 4-3er), Foster (20/2), Scekic (14/0), Gardner (10/0), Boumtje Boumtje (8/0), Majstorovic (6/0), Pekovic (3/1)