Telekom Baskets wollen gute Ausgangslage wahren

Bonn. Dreizehn Stunden Anreise für ein Saportacup-Spiel die Spieler der Telekom Baskets Bonn kamen auch einen Tag nach ihrem unglücklichen Kampf in der Berliner Max-Schmeling-Halle nicht zur Ruhe. Grund: Das heutige Saportacup-Spiel bei UNICS Kazan (16.30 Uhr, live bei Radio Bonn/Rhein-Sieg). Bereits zu nachtschlafender Zeit stand der 22-köpfige Tross der Baskets Sonntag morgen am Flughafen Berlin Tegel. Ankunft 10 Uhr in Frankfurt, Umsteigen in die Linienmaschine nach Kazan. Verzögerung, weil das Flugzeug zu schwer beladen war. Baskets-Pressesprecher Michael Mager: Auf das Angebot der Lufthansa, einen Flug später zu nehmen, ist von uns jedoch keiner eingegangen. Trotz hoher Prämie. Dann ging es doch endlich los: Mit einer Stunde Verspätung und Zwischenstopps in Moskau und Samara landete der Flieger um kurz vor 19 Uhr in Kazan. Schneegestöber und ein eisiger Wind empfing die durchgerüttelten Baskets. Michael McDonald, Ex-NBA-Spieler in Reihen der Russen, wusste offenbar genau, warum er seinem US-Landsmann, Baskets-Guard Terrence Rencher, nach dem Hinspiel empfahl, zwei Jacken und eine dicke Wollmütze mitzunehmen. Die abschließende Busfahrt war wieder nichts für schwache Nerven. Erneut Mager: Der Fahrer hat auf dem Weg zum Hotel nahezu jedes Auto auf der rutschigen Piste überholt. Selbst unser Spaßvogel Marc war hinterher leichenblass. Obwohl verletzt und nicht einsatzfähig, nahm auch Centerhüne Suhr an der beschwerlichen Reise in die Stadt am Rande des Urals teil. Das Hotel inmitten von Kazan stellte sich dann recht schnell als sehr sauber und vor allen Dingen gut geheizt dar. Nach einem nicht gerade üppigen Abendessen stießen alle noch mit Tilo Klette auf dessen 24. Geburtstag an. Danach sanken Trainer, Spieler und Begleiter in tiefen Schlaf. Zweimaliges Training, Videoanalyse des Gegners und Kennenlernen der Halle stand am gestrigen Montag auf dem Programm. Gespielt wird heute in dem hochmodernen Komplex allerdings nicht in der Haupthalle - diese ist durch ein Eishockeyspiel belegt sondern auf einem Nebenplatz. 2500 Zuschauer haben sich mit Karten eingedeckt, das Spiel ist bereits ausverkauft. Bis auf Suhr und den zuhause im Aufbautraining befindlichen Klepac sind alle Baskets fit. Abzuwarten bleibt jedoch, wie sich die deprimierende 75:76-Niederlage vom Samstag-Spiel bei Alba Berlin auf die Psyche der Spieler auswirkt. Coach Krunic hatte schon vor diesem Krimi eine Einsicht: Für uns ist es in jedem Falle günstiger, nach Kazan mit einem Erfolgserlebnis zu reisen. Daraus wurde bekanntlich nichts, aber die Baskets scheinen momentan vor allem mental stark genug zu sein, auch solche Schläge wegzustecken. Denn bereits das Hinspiel gewannen sie gegen den derzeitigen Tabellenzweiten der russischen Liga in souveräner Manier nach vorheriger Bundesliga-Niederlage. Vor dem Rückrundenstart der Saportacup-Gruppe C erhalten jedoch auch die Rechenspiele eine immer größere Bedeutung: Nachdem die Baskets das Achtelfinale so gut wie erreicht haben Amsterdam und Traiskirchen scheinen in der starken Sechsergruppe ohne Chance wäre ein heutiger Erfolg bei den Russen mehr als die halbe Miete für eine gute Abschlussplatzierung. Doch auch eine möglichst knappe Niederlage würde den Baskets nach ihren bisherigen vier Siegen noch alle Möglichkeiten auf einen der vorderen Plätze erhalten. Für die Krunic-Truppe ist es aber in jedem Falle wichtig, den Direktvergleich gegen Kazan zu gewinnen. 95:76 lautete das Hinspielergebnis für Bonn, eine Niederlage mit 18 Punkten würde ausreichen, um bei späterer Punktgleichheit vor dem russischen Vizemeister platziert zu sein. Verlieren die Baskets heute mit mehr als acht Punkten, tauschen sie mit UNICS die Plätze und gehen als Tabellendritter in das nächste Heimspiel gegen Topfavorit und Spitzenreiter Vilnius (8. Januar 2002). Mittwoch abend werden alle Baskets wieder in Bonn landen, während ab Donnerstag bereits die Vorbereitung auf das letzte Spiel des Jahres gegen Leverkusen (Sonntag, 15.00 Uhr) beginnt. Danach werden alle Spieler in den kurzen Urlaub entschwinden, den ihnen der Spielplan bis zum Vilnius-Spiel gönnt.