The Voice spricht jetzt auf Schalke

Frank Piontek, Hallensprecher der Telekom Baskets Bonn, wird künftig die Heimspiele des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 am Mikrofon begleiten vor regelmäßig 60.000 Fans in der neuen Schalke-Arena. Für Piontek ist es verständlicherweise eine unwiderstehliche Herausforderung. Ob die Baskets künftig auf das Markenzeichen ihres Heimspiel-Events verzichten müssen, ist noch nicht abschließend geklärt. Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich: Wir werden die zeitliche Machbarkeit gemeinsam mit Frank prüfen. Sollte es ein endgültiger Abschied werden, geht ein Stück Baskets-Seele, sagt Wiedlich, der Piontek 1993 zu Bonner Zweitliga-Zeiten aus dem Ringerlager des TKSV Bonn-Duisdorf zum Basketball lotste. Piontek erinnert sich: Ich fragte damals nur: Basketball? Das kann ich nicht. Da hat Wolfgang mir auf die Schulter geklopft und gesagt: Du schaffst das. Heute gibt es kein nationales Basketball-Event ohne die Stimme aus Bonn: Länderspiele, All-Star-Game, Top-Four. Auch im Hinblick auf die Offerte aus Schalke sagt Wiedlich: Frank ist ein Naturtalent, dessen Qualität sich durchsetzt. Baskets-Pressesprecher Michael Mager sprach von einem Schock, wenn durch das Schalke-Engagement auch Pionteks Stimme auf dem Hardtberg fehlen würde. Einen Playmaker Rencher kann man leichter ersetzen. Aber in jedem Fall gratulieren wir Frank zu dieser Chance. Auch für Piontek wäre es ein schwerer Abschied: ,Schließlich verdanke ich dem Verein viel, und ich bin froh, dass ich eine Etappe der unglaublichen Erfolgsgeschichte dieses ungewöhnlichen Klubs miterleben durfte. Es sei rückblickend, so Piontek, ein großer Vorteil für ihn gewesen, dass die Baskets mir Spielräume gelassen haben, wie sie sie jedem lassen, von dem sie überzeugt sind. Vielleicht sind die unverkrusteten Strukturen und die flache Hierarchie überhaupt das Erfolgsrezept der Baskets. Piontek und die Baskets-Event-Crew um Johannes Weber und Roland Weigelt gingen seit 1993 neue Wege im Basketball. Schon zu Zweitliga-Zeiten im Sportpark Pennenfeld machten sie aus einem Bonner Heimspiel, als in der 1. Liga meist nur ein Ball hochgeworfen wurde, ein Event mit Musik und Lightshow. Unvergesslicher Höhepunkt ist bis heute sicherlich die ausverkaufte Kölnarena am 7. April 2000 beim Spiel der Telekom Baskets gegen Alba Berlin, als den 18.506 Zuschauern ein Rahmenprogramm der Extraklasse geboten wurde. Sie haben nicht nur in Bonn viel bewegt, sondern im deutschen Basketball überhaupt, sagt Wiedlich. Um es mit Pionteks Markenzeichen zu sagen: Es steht an zur Entscheidung: die Zukunft am Baskets-Mikrofon.