"Wir sind ein großes Team und arbeiten sehr gut zusammen"
Interview mit Baskets-Headcoach Marko Stankovic im Trainingslager in Rogla
Nach fünf Tagen im Trainingslager im slowenischen Rogla zieht Baskets-Headcoach Marko Stankovic ein positives Zwischenfazit. An welchen Inhalten die Mannschaft bisher gearbeitet hat, wieso ein Trainingslager auch abseits des Parketts wichtig ist und wie weit fortgeschritten die Gedanken zum neuen Team-Kapitän sind, erklärt Stankovic im Interview. Das gesamte Interview gibt es auch auf dem YouTube-Kanal der Telekom Baskets Bonn.
Marko, wie zufrieden bist du mit dem Verlauf des Trainingslagers?
Im Allgemeinen sind wir sehr positiv gestimmt und sehr zufrieden mit allem, was wir seit Beginn der Saisonvorbereitung und hier im Trainingslager geleistet haben. Die Grundidee war, dass wir gleich zu Beginn der Vorbereitung für sieben Tage nach Rogla kommen, um diese sieben Tage lang zusammen zu bleiben und alle Grundlagen umzusetzen, die wir in der Offensive und Defensive zeigen wollen. Die Stimmung im Team ist sehr positiv und wir sind, wie gesagt, sehr zufrieden.
Wie gut funktioniert die Zusammenarbeit im neuen Trainerstab?
Ich bin sehr glücklich darüber, einen so großen Betreuerstab hier zu haben. Wir sind hier vier Basketballtrainer und ein Athletiktrainer, außerdem jeweils zwei Physiotherapeuten und Teammanager. Wir sind also ein großes Team und arbeiten sehr gut zusammen. Wir planen jedes einzelne Training und jede einzelne Videosession sehr sorgfältig. Schon seit Mai oder Juni, als wir begonnen haben, gemeinsam an der Rekrutierung des Kaders zu arbeiten, hatte ich das Gefühl, dass es sehr einfach sein wird, im August richtig zu starten. Wir haben die gleichen oder ähnliche Vorstellungen vom Basketball, wie wir spielen wollen und wie wir trainieren wollen, um so schnell wie möglich auf ein gutes Level zu kommen von dem, was wir zeigen wollen.
Wie wichtig ist es, die Doppellizenz-Spieler im Trainingslager dabei zu haben?
Das ist sehr wichtig und sie helfen uns sehr. Deshalb haben wir den ganzen Sommer über mit dem ProB-Trainer Max kommuniziert, um zu klären, wer von den Spielern mit uns ins Trainingslager fahren und wer mit uns die Saisonvorbereitung bestreiten soll, um auch zu wissen, wie viele Spieler und welche Spieler wir während der Saison im Training haben können. Derzeit haben wir die Situation, dass sechs ProB-Spieler bei uns sind. Das ist in solchen Trainingslagern sehr wichtig, weil jeden Tag etwas Unvorhergesehenes passieren kann, sodass ein Spieler wegen Krankheit oder Verletzung nicht trainieren kann. Wir trainieren sehr intensiv. Ohne die Doppellizenz-Spieler könnten wir das zuvor geplante Programm nicht durchziehen. Wir sind also zufrieden mit ihnen und sehr froh, sie bei uns zu haben. Wir hoffen, dass wir das über die Saison hinweg so beibehalten können.
An welchen Inhalten habt ihr bisher auf dem Parkett gearbeitet?
Wir arbeiten an einer Basis auf beiden Seiten des Feldes. Angefangen mit ein paar defensiven Regeln: Wie wollen wir verteidigen, wie wollen wir uns positionieren, wie wollen wir beispielsweise in der Verteidigung rotieren? Wie wollen wir in der Offensive zusammenspielen? Wie können wir schnelle und gute Entscheidungen in Vorteilsituationen treffen und wie können wir diese Vorteile schaffen? Nun in der Mitte des Trainingslagers haben wir angefangen, mit unseren Ideen 5 gegen 5 zu spielen, nachdem wir in den Tagen zuvor die Grundlagen dafür geschaffen haben. Außerdem arbeitet Eduardo jeden Tag mit den Spielern im Kraftraum oder draußen oder mit zusätzlichen Trainingseinheiten hier im Fitnessstudio. Wir schaffen also eine Grundlage dafür, um Spiele bestreiten zu können, sobald wir wieder zurück in Bonn sind.
Für welche Dinge abseits des Parketts ist ein Trainingslager wie das in Rogla wichtig für dich?
Neben dem Spielfeld möchten wir eine sehr gute Teamchemie aufbauen. Alle Teams, die an Trainingslagern vor der Saison teilnehmen, haben zunächst einmal das Ziel, die Spieler untereinander und dem Betreuerstab näher zu bringen. Je mehr Zeit wir gemeinsam verbringen, desto besser lernen wir uns kennen, sodass es uns leichter fällt, Themen anzusprechen und anzupassen. Im Moment können wir sehen, dass dies eine Gruppe sehr guter Menschen ist. Wir kommunizieren jeden Tag mit den Spielern und Trainern. Und ich denke, dass man in den Momenten, in denen sie beispielsweise Freizeit haben, sehen kann, dass sie als Team zusammenbleiben. Sie gehen spazieren, verbringen Zeit in der Natur oder nach dem Training auf dem Parkett und trainieren noch etwas gemeinsam. Ich denke also, dass wir für diese sehr kurze Zeit der Vorbereitung schon eine sehr gute Teamchemie haben.
Habt ihr euch schon entschieden, wer Kapitän wird?
Wir haben noch keine Entscheidung getroffen, wer Kapitän wird, aber das ist eines der Themen, über die wir Trainer in den nächsten Tagen diskutieren werden. Wahrscheinlich werden wir am Ende des Trainingslagers oder zeitnah nach unserer Rückkehr nach Bonn eine Entscheidung über den Kapitän, aber auch über die Co-Kapitäne treffen. Wir sind uns noch nicht hundertprozentig sicher, ob wir einen oder zwei Co-Kapitäne haben werden, daher müssen wir dieses Thema noch etwas ausführlicher besprechen. Ich bin sehr froh, dass wir mehrere Spieler haben, die gute Kandidaten für diese Rolle sind. Das bedeutet, dass wir im Sommer bei der Rekrutierung sehr gute Arbeit geleistet haben.
Wie sehr freust du dich bereits auf Spiele im Telekom Dome?
Wir freuen uns erstmal alle darauf, im Training mit 5 gegen 5 zu beginnen. Heute war das erste Training im 5 gegen 5 und man konnte sehen, wie hungrig die Spieler sind, nach der Sommerpause wieder richtig zu spielen. Natürlich freuen wir uns auf Testspiele, wie beispielsweise am 13. September mit unseren Fans im Telekom Dome gegen Oostende. Wir wollen von Anfang an eine Identität aufbauen, die in Deutschland anerkannt wird. Wir wollen in beide Richtungen mit hoher Intensität spielen und ich hoffe, dass unsere Fans das bei unserem ersten öffentlichen Testspiel schon sehen werden. Deshalb sind wir hier in Rogla und das war unser erstes Thema, dass wir jedes einzelne Spiel mit derselben Intensität spielen wollen. Mit viel körperlichem Einsatz, um jeden einzelnen Zweikampf zu gewinnen. Das bedeutet, alles zu tun, um Spiele zu gewinnen.
Wie gefällt dir die Idee des Heimspiels in der LANXESS arena?
Das ist aktuell für uns im Team vielleicht noch ein bisschen zu weit entfernt. Deshalb haben wir uns noch nicht allzu viele Gedanken darüber gemacht. Aber die Idee ist sehr schön. Ich weiß, dass Bonn in der Vergangenheit bereits ein Heimspiel in Köln in der großen Arena gespielt hat und wir haben eine hervorragende Atmosphäre im Telekom Dome mit 6000 Zuschauern. Wir können uns nur vorstellen, wie es gegen Bayern München in der Arena mit hoffentlich über 18000 Zuschauern sein kann. Wir freuen uns also auf dieses Spiel und auf den Wettkampf gegen eine der besten Mannschaften Europas. Aber vorher müssen wir unsere Arbeit machen, um unsere Mannschaft auf die Saison vorzubereiten und gut in die Saison zu starten.