Wohin führt der Weg der Telekom Baskets?

Fünf lange Tage währt die Pause für die Telekom Baskets Bonn zwischen dem tollen ULEB-Cup-Auftritt gegen Neapel und dem nächsten Ligaspiel in Würzburg am Sonntag abend. Selten, dass die Mannen von Headcoach Predrag Krunic zuletzt so viel Zeit zum Erholen hatten. Doch auch das hat bekanntlich zwei Seiten: Das nächste Europapokalspiel gegen Vilnius folgt nämlich nur zwei Tage nach dem Auftritt in Oberfranken. Und genau dort liegt das Problem: Die Konzentration auf den derzeit so trüben Bundesliga-Alltag zu lenken. Während die Bilanz auf europäischem Parkett mit fünf Siegen aus acht Spielen bisher überaus erfolgreich ausfällt, hinken die Baskets in der Liga mit einem nur ausgeglichenen Punktekonto den eigenen Ansprüchen trotz der aktuellen Verletztenliste doch etwas hinterher. Acht Jahre muss der Chronist zurückblicken, um eine ähnliche Bilanz zu finden: In der Aufstiegssaison 1996/97 stand Bonn zuletzt zur Hälfte der Saison in ähnlichen Gefilden wie heute. Immerhin bietet sich beim Tabellenvorletzten TSK Würzburg die Chance, das Ruder wieder Richtung Playoff-Plätzen herumzureißen: Denn auch die Franken haben sich in den letzten Wochen nicht gerade mit Ruhm bekleckert: Sieben Pleiten hintereinander stehen dort aktuell zu Buche, zuletzt die Niederlage in Braunschweig, die das Abrutschen auf Abstiegsplatz 15 zur Folge hatte. Zudem gelten die Würzburger immer noch als eine Art Bonner Lieblingsgegner: In zwölf Ligaspielen verließen die Baskets nur einmal als Verlierer das Parkett bei der 93:95-Niederlage im vergangenen Jahr. Seitdem haben die Mainstädter, die in ihren sechs Erstligajahren dreimal die Playoffs erreichten, wieder einmal ihren kompletten Kader nahezu getauscht. Auffälligster Akteur in Reihen von Coach Aaron McCarthy ist der Litauer Singaras Tribe: Der lange Shotblocker ist auch gleichzeitig der einzige Repräsentant der Würzburger beim Allstar-Spiel nächste Woche. Bester Scorer ist Aufbauspieler Eddy Mayfield, der auf knapp 16 Punkte pro Spiel kommt. Für die Rebounds ist Mustafa Hoff zuständig: Er angelt sich im Schnitt sieben Bälle pro Match. Gespannt sein dürfen die wieder einmal recht zahlreichen Baskets-Fans am Sonntag, ob sich das eigene Team erneut so gut verkauft wie am Dienstag: Kampf bis zum Umfallen, der mit dem siegbringenden Schlussspurt in den letzten drei Minuten belohnt wurde, und auch die wieder ansteigende Trefferquote lassen die Hoffnungen auf bessere Zeiten wieder steigen. Zudem nähert sich so langsam wieder der Zeitpunkt, an dem die beiden Verletzten, Aleksandar Nadjfeji und Alexander Djuric, bei einem positiven Heilungsprozess wieder ins Geschehen eingreifen könnten. Spielbeginn in der s.Oliver-Halle den Bonner Fans jahrelang als Carl-Diem-Halle bekannt ist um 17.30 Uhr. Alle Daheimgebliebenen können sich während des Spiels ausführlich über das Baskets-Netradio und den Livescore mit Informationen versorgen.