Zum Abschluss doch noch ein Sieg

Die Telekom Baskets können auf europäischem Parkett doch noch siegen. Mit 67:58 bezwangen die Bonner im FIBA EuroCup den lettischen Vizemeister BC Barons Riga. Trotz des Erfolges bleibt es jedoch beim vierten und letzten Platz in der Gruppe G. Ein Sieg mit 18 oder mehr Punkten wäre nötig gewesen, um die rote Laterne an Riga abzutreten.2.700 Zuschauer in der Hardtberghalle sahen ein Spiel, das besonders in der ersten Hälfte von intensiver Verteidigungsarbeit geprägt war. So sehr es Bonns Coach Michael Koch gefreut haben mag, dass seine Jungs eine starke Defense spielten, so unattraktiv war das Spiel in dieser Phase für die Zuschauer. Beide Teams ließen durch konsequente Zonenverteidigung kaum attraktive Angriffsszenen zu. So war es kein Wunder, dass die Wurfquoten im Keller landeten und der Halbzeitstand von 22:25 eher einem Viertelergebnis ähnelte. Wenn wir es schaffen, auf diesem Niveau beständig zu verteidigen, dann ist es nicht so tragisch, wenn es mal in der Offense nicht läuft, erklärte Mike Koch nach dem Spiel. Außer einigen Dreipunkte-Würfen hatten die Baskets bis kurz vor der Pause kaum ein Mittel gegen die gut aufgestellten Letten gefunden. Dies änderte sich spätestens mit dem starken Auftritt von Bonns Center Milos Paravinja kurz vor Ende des zweiten und anfangs des dritten Viertels. Den Baskets gelang es immer besser, den Ball ans Brett zu bekommen, wo der für seine Größe sehr bewegliche Paravinja in weniger als drei Minuten zehn Punkte in Folge erzielen konnte und so aus einem 18:25-Rückstand im Alleingang den Ausgleich zum 28:28 (23.) erkämpfte. Besonders bemerkenswert: Der lange Slowene im Baskets-Dress wurde am Ende mit 14 Punkten Topscorer des Spiels und das bei nur knapp 17 Minuten Einsatzeit. Die Baskets gewannen jetzt Oberwasser bei den Rebounds, wodurch sie in der Lage waren, das Spiel schneller zu machen und Fastbreaks zu laufen. Während die Bonner Defense die Gäste weiter kontrollierte, kam jetzt der Angriff ins rollen. Mit 27:15 ging das dritte Viertel klar an die Hausherren. Anders als in vielen Spielen zuvor, gab es im Angriff genügend Optionen, so dass Andrew Wisniewski nur 13 Punkte zum Sieg besteuern musste. Mit Milos Paravinja, Michael Meeks (11), Branko Klepac (11) und Jason Conley (10) punkteten gleich vier Spieler ebenfalls zweistellig. Coach Koch wechselte nun munter durch, was dem Spielfluss der Bonner jedoch keinen Abbruch tat. Im Gegenteil: Fünf Minuten vor Spielende waren die Baskets sogar nahe dran, den direkten Vergleich mit den Barons doch noch zu gewinnen. Beim Stand von 61:45 fehlten nur noch zwei Punkte, um den Europapokal doch nicht als Gruppenletzter abzuschließen. In Hinblick auf das schwere Bundesligaspiel am kommenden Samstag gegen Alba Berlin, ließ Michael Koch jedoch in der Schlussphase seine besten Schützen auf der Bank. So reichte es am Ende doch nicht mehr für den dritten Tabellenplatz im FIBA EuroCup, dennoch war das Spiel gegen das Team aus Lettland aus Bonner Sicht ein voller Erfolg, denn vor allem in der Defense zeigten sich die Baskets gegenüber den letzten Spielen in Bundesliga und Europapokal deutlich verbessert. Erstmals lag der Vorteil beim Rebound mit 44:35 deutlich auf Seiten der Bonner. Zudem stellte eine konsequent gespielte Zonenverteidigung die Gäste - vor allem in Halbzeit eins vor gehörige Probleme. Ob diese positive Entwicklung auch in der Bundesliga weiter Bestand haben wird, zeigt sich am kommenden Samstag. Dann empfangen die Telekom Baskets mit Alba Berlin den bisher noch ungeschlagenen Spitzenreiter der BBL (Beginn: 18:30 Uhr, live auf Premiere). Sieger der EuroCup-Gruppe G wurde Lokomotiv Rostov, das zwar bei BC Kiev mit 70:78 verlor, den direkten Vergleich gegen den ukrainischen Meister jedoch gewinnen konnte. Beide Teams hatten sich schon vorher für die Zwischenrunde qualifiziert.