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Bonn erkämpft das fünfte Spiel!

Telekom Baskets Bonn - EWE Baskets Oldenburg 88:82 n.V.

Die Telekom Baskets Bonn haben in der Viertelfinal-Serie gegen die EWE Baskets Oldenburg ein fünftes und entscheidendes Spiel erzwungen. Dank 34 Punkten von Kyle Weems und deren 26 von Jamel McLean kamen die Hausherren zu einem 88:82 nach Verlängerung!

Kyle Weems stellte schon in Halbzeit eins seine persönliche Bestmarke ein. (Foto: Jörn Wolter)

Wie es sich für Gastgeber gehört, überließen die Telekom Baskets Bonn der Konkurrenz aus Oldenburg den ersten Korb der Begegnung, einen Leger durch Rickey Paulding. Gleich mit der nächsten Aktion allerdings gab jemand ein offensives Statement ob, welches die Niedersachsen während der gesamten ersten Hälfte in Atem halten sollte. Kyle Weems versenkte 23 Sekunden nach dem Hochball einen Dreier - und es sollte beileibe nicht sein einziger bleiben. Der Amerikaner trug mit einem weiteren Treffer aus der Distanz dazu bei, dass Bonn einen 12:0-Lauf hinlegte, der Gästetrainer Sebastian Machowski zu einer Auszeit zwang (12:2, 5. Minute). Julius Jenkins, der schon in den vorangegangenen Partien durch individuelle Glanztaten aufgefallen war, führte seine Farben mit einem Doppelpack von „Downtown“ wieder heran (19:15, 8. Minute), ehe Weems mit seinem dritten Dreier für Entlastung sorgte (22:15, 9. Minute).

Was ein Bruch im Bonner Spiel hätte werden können, entpuppte sich als Brandbeschleuniger: Benas Veikalas, der bereits zuvor einen gegnerischen Fastbreak unsanft gestoppt hatte, bekam ein zweites Unsportliches Foul gepfiffen und musste vorzeitig das Feld in Richtung Dusche verlassen. Ab diesem Zeitpunkt erfüllten die 5.850 Zuschauer, unter ihnen Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch sowie Beachvolleyball-Olympiasieger Jonas Reckermann, auf den Rängen den Telekom Dome bei jedem Oldenburger Ballbesitz mit einem gellenden Pfeifkonzert - Willkommen in den Playoffs, Baby (27:19, 10. Minute).

Angestachelt durch den Wegfall Veikalas‘ legten die Telekom Baskets einen Blitzstart ins zweite Viertel hin. Zwei weitere Weems-Dreier setzten den Start- und den Endpunkt eines 13:0-Runs, an dessen Ende Bonn mehr als „aufgedoppelt“ hatte (40:19, 13. Minute). Das Spiel wurde zusehends ruppiger, die Nickligkeiten nahmen zu, nur das Händchen von Kyle Weems blieb weiter „heiß“. Der Forward, der in Kombination mit Baskets-Eigengewächs Fabian Thülig für überraschend viele Matchup-Probleme bei den Huntestädtern sorgte, versenkte vor der Pause einen weiteren Dreier, seinen sechsten bei ebenso vielen Versuchen, und ging mit unwahrscheinlich anmutenden 26 Punkten aus der ersten Halbzeit - womit er seine persönliche Bestmarke (24) bereits übertroffen hatte (51:35, 20. Minute).

Nach dem Seitenwechsel hielt der Kampf um jeden Quadratzentimeter Parkett an. Die bis dahin auf Hochtouren laufende Angriffsmaschinerie der Koch-Schützlinge kühlte etwas ab, nicht jedoch ihre Intensität in der Verteidigung (56:37, 25. Minute). So ergab sich eine Patt-Situation, die in gespanntes Warten überging. Warten auf den einen, einen Lauf startenden „Big Shot“ zu Gunsten der heimischen oder auf dem Hardtberg gastierenden Baskets. Dieser Moment blieb jedoch im dritten Viertel aus, was es Bonn erlaubte, mit nahezu unverändert hohem Vorsprung in den letzten Abschnitt zu gehen (62:45, 30. Minute).

Die EWE Baskets bliesen zu einem finalen Comeback. Jenkins, um den es zwischenzeitlich verdächtig ruhig geworden war, initiierte eine Aufholjagd, die sich dramatisch zuspitzen sollte. Angeführt vom ehemaligen Liga-MVP machten die Niedersachsen Zähler um Zähler wett, kratzten ein ums andere Mal an der magischen Zehn-Punkte-Marke. Ein Putback-Dunk von Jonas Wohlfarth-Bottermann gab Bonn nochmal Aufwind, wenngleich ganz offensichtlich war, dass die verknappte Rotation konditionelle Spuren hinterließ (70:58, 35. Minute).

Oldenburg brachte sich mit einem 8:1-Zwischenspurt endgültig auf Schlagdistanz - ab da war alle taktische Finesse dahin und die Partie wurde für beide Seiten zur reinen Willensprobe (71:66, 37. Minute). Der wiedergenesene Andrej Mangold verschaffte den Hausherren mit einem Floater über die ausgestreckten Arme von Adam Chubb etwas Luft (73:66, 38. Minute). Gerade hatte Rickey Paulding auf drei Zähler Differenz verkürzt (73:70, 39. Minute), blieb den Telekom Baskets im nächsten Angriff ein Treffer verwehrt. Jenkins nutzte in der Transition einen kurzen Moment der Unachtsamkeit der Bonner Verteidigung, nahm Maß, und vollstreckte eine halbe Minute vor Spielende eiskalt von jenseits der Dreierlinie - Ausgleich (73:73, 40. Minute).

Weems und Co. konnten ihren letzten Angriff nicht komplett ausspielen, und der zuvor so grandios agierende Bonner Power Forward drohte zum tragischen Helden zu werden, als sein Wurf das Ziel verfehlte und Oldenburg so noch eine letzte Chance erhielt. Inklusive zweier Offensiv-Rebounds gelang es Machowskis Schützlingen jedoch nicht, den Ball durch den Ring zu bugsieren - Verlängerung!

In dieser bewiesen die Telekom Baskets ihr großes Kämpferherz, welches sich in einem mutigen Dreier von Fabian Thülig auf der Anzeigetafel niederschlug (76:73, 41. Minute). Dieser Treffer gab Bonn den nötigen Schub, um alle noch vorhandenen Kräfte zu bündeln und sich einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten (81:76, 43. Minute). Oldenburg lief die Zeit davon, musste den schnellen Abschluss suchen, kam aber nicht mehr entscheidend heran. In den finalen Sekunden war es Jamel McLean vorbehalten, mit seinem ungeheuren Durchsetzungsvermögen in Brettnähe den Sieg perfekt zu machen.

Die Augen richten sich nun wieder gen Oldenburg, wo am Samstag, 18.05.2013, um 21:00 Uhr das Endspiel um den Einzug ins Halbfinale stattfinden wird.


Michael Koch (Trainer Telekom Baskets Bonn):

„Die Spiele eins und drei, aber auch zwei und vier lassen sich wie eine Pause übereinander legen. Wir haben diese Saison in der Beko Basketball Bundesliga noch keine Partie nach Verlängerung verloren - darauf bin ich stolz. Mit Kyle Weems und Jamel McLean haben heute zwei überragende Akteure zusammen 60 Punkte gemacht und uns damit getragen. Nach dem Rückschlag zum Ende der regulären Spielzeit haben wir mit dem Dreier von Fabian Thülig zu Beginn der Overtime das Momentum wieder auf unsere Seite bekommen.“

Sebastian Machowski (Trainer EWE Baskets Oldenburg):

„Parallel zu Spiel zwei ist Bonn durch eine überragende individuelle Leistung von Kyle Weems sehr gut in die Partie gestartet. Wir mussten einem Rückstand hinterher laufen, den wir erst in der allerletzten Minute egalisiert haben. In der zweiten Halbzeit haben wir so verteidigt, wie wir es schon in der ersten Hälfte hätten tun müssen. Das haben wir in der Verlängerung nicht weiter konsequent fortgesetzt, aber auch nicht mehr den Korb genügend aggressiv attackiert.“

 

Telekom Baskets Bonn:

McCray (3/1 Dreier), Ensminger (dnp), Veikalas (0), Mangold (6), Thülig (6/2, 7 Rebounds), Jordan (10/1, 7 Rebounds, 6 Assists), Weems (34/6, 10 Rebounds), Koch (0), McLean (26, 12 Rebounds), Wohlfarth-Bottermann (3), Mertz (dnp)

EWE Baskets Oldenburg:

Kramer (4), Bahiense de Mello (1), Joyce (8/1), Wysocki (6), Chubb 19), Smeulders (2), Smit (dnp), Jenkins (26/5), Paulding (17/1), Freese (0), Burrell (0)


Die Ansetzungen der Viertelfinal-Spiele im Überblick:

Spiel 1: EWE Baskets Oldenburg - Telekom baskets Bonn 78:66
Spiel 2: Telekom Baskets Bonn - EWE Baskets Oldenburg 88:80
Spiel 3: EWE Baskets Oldenburg - Telekom Baskets Bonn 97:67
Spiel 4: Telekom Baskets Bonn - EWE Baskets Oldenburg 88:82 n. V.
Spiel 5: Samstag, 18.5.2013, 21:00 Uhr: EWE Baskets Oldenburg - Telekom Baskets Bonn

 

 


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