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Gebrauchter Tag in Chemnitz: Die Siegesserie reißt nach elf Spielen

NINERS Chemnitz - Telekom Baskets Bonn: 90:68

Am 34. und somit letzten Spieltag der easyCredit BBL-Hauptrunde ist die Siegesserie der Telekom Baskets Bonn gerissen: Im zweiten Auswärtsspiel innerhalb von drei Tagen war die Mannschaft von Headcoach Tuomas Iisalo stets mental und physisch einen Schritt zu langsam und verlor die Partie mit 68:90 (17:21, 19:20, 14:25, 18:24) gegen die NINERS Chemnitz. Bester Bonner wurde Javontae Hawkins mit 12 Punkten.

Leon Kratzer erzielte sechs Punkt und fünf Rebounds gegen Chemnitz. Foto: Jan Stimpel

Mit abschließend 26 Siegen aus 34 Saisonspielen haben die Baskets die beste Hauptrunde in ihrer Vereinsgeschichte gespielt! Nun haben sie bis zum Playoff-Start am 13. Mai Zeit, um sich auf das Viertelfinale vorzubereiten. Bonn genießt in den ersten beiden Playoff-Spielen Heimrecht. Jetzt Tickets sichern >> 

Auf welchem Tabellenplatz die Telekom Baskets die Hauptrunde abschließen werden, hängt nun von BBL-Konkurrent Berlin ab. Mit zwei Niederlage weniger, und noch drei zu spielenden Partien, ist Berlin die einzige Mannschaft, die Bonn noch die Tabellenführung streitig machen kann. 

 

Key facts 

  • Meilenstein: Karsten Tadda wurde mit zehn Punkten zweitbesser Bonner Werfer und knackte dabei die Marke von 2000 Punkten in der 1. Basketball Bundesliga
  • auch wenn es lange nicht so aussah: Bonn gewann das Rebound-Duell knapp mit 37:36
  • vergebene Chancen: Bonn traf nur 17 von 25 Freiwürfen, Chemnitz blieb an der Linie perfekt (15 von 15)

 

Spielbericht

In Abwesenheit von Parker Jackson-Cartwright und Jeremy Morgan begann Bonn erneut mit einer Starting-Five aus Karsten Tadda, Oleksandr Lypovyy, Javontae Hawkins, Justin Gorham und Leon Kratzer. Schon früh kristallisierten sich zwei unterschiedliche Herangehensweisen heraus: Während die Baskets den Korb attackierten (5/10 Zweier im ersten Viertel), nahm Chemnitz bevorzugt aus der Distanz Maß (5/13 Dreier). Bis zum frühen Bonner 7:15-Rückstand (6. Minute) hatten die Gastgeber ausnahmslos von der Dreierlinie getroffen. Center Mike Kessens hielt am Korb zwei Mal in Folge dagegen (11:15, 8.), konnte aber auch nicht verhindern, dass sich Chemnitz zu oft beim Rebound durchsetzen konnte und sich im 1. Viertel bereits fünf Offensiv-Rebounds sicherte. Mit vier Zählern Rückstand ging es anschließend auch ins zweite Viertel (17:21, 10.).

Auch dort erwischte Chemnitz den besseren Start und drohte mit einem 7:2-Lauf davonzueilen – Auszeit Baskets (19:28, 14.). Doch auch nach der taktischen Unterbrechung fanden die Telekom Baskets nicht ihren Rhythmus. Zum ersten Mal seit der Verletzung von Morgan und dem Fehlen von MVP Jackson-Cartwright machte sich der Wegfall der Bonner Führungsspieler deutlich bemerkbar. Auf der Gegenseite spielte Chemnitz körperbetonten, konzentrierten Basketball und ging so zweistellig in Führung (30:41, 19.). Die Baskets rieben sich zu oft an der intensiven Chemnitzer Verteidigung auf, die lieber ein Foul anstelle leichter Bonner Punkte akzeptierte. So gingen die Baskets alleine im zweiten Viertel 15 Mal an die Freiwurflinie, wovon sie elf Mal erfolgreich abschlossen. Dank Flügelspieler Lypovyy, der fünf Punkte in Folge erzielte und Tyson Ward beendeten die Baskets die erste Hälfte jedoch mit einem 6:0-Lauf und hielten die Partie zur Halbzeit offen (36:41, 20.)

Bonn kam deutlich fokussierte aus der Kabine, spielte nach dem Seitenwechsel gefestigter und glich schnell mit einem 7:2-Lauf aus (43:43, 24.). Doch anstatt diesen Zwischenspurt als Initialzündung zu nutzen, verloren die Baskets bis zum Viertelende vollends den Faden und verloren sich in Diskussionen und Unkonzentriertheiten. Chemnitz beendete das dritte Viertel mit einem 13:7-Lauf und erspielte sich vor dem Schlussviertel die bis dato höchste Führung (50:66, 30.).

Die Hoffnungen auf ein Comeback zerschlug zum Start des Schlussviertels ein Chemnitzer 9:0-Lauf, der an diesem Abend für die Vorentscheidung sorgen sollte (50:75, 32.). Die Chemnitzer Führung wuchs auf 55:81 (36.), ehe das Spiel mit 68:90 (40.) verloren ging. Baskets-Coach Tuomas Iisalo ermöglichte Nachwuchsspieler Marek Mboya Kotieno noch seinen sechsten easyCredit BBL-Einsatz überhaupt, was der 22-Jährige Big Man mit einem erfolgreichen Dreier honorierte. 

 

Stimmen zum Spiel

Tuomas Iisalo (Headcoach Telekom Baskets Bonn):

 

"Zuerst möchte ich Rodrigo und seiner Mannschaft gratulieren. Nicht nur für den deutlichen Sieg heute, sondern auch für eine sehr schöne wie erfolgreiche Saison und ich wünsche Chemnitz viel Glück für die Playoffs. Ich hatte heute von Beginn an das Gefühl, dass wir immer zwei oder drei Schritte zu langsam waren. Chemnitz war schneller, physischer und hat in allen Bereichen bessere Entscheidungen getroffen. Wir hatten eine gute Phase zum Ende der ersten Halbzeit und zu Beginn des dritten Viertels, aber dann zeigte Chemnitz wieder seine ganze Klasse. Wir mussten die letzten fünf Spiele ohne Parker Jackson-Cartwright und Jeremy Morgan bestreiten, aber ich bin sehr stolz, wie mein Team darauf reagierte und wir vier Siege holen konnten. Heute hat sich dann die bessere Mannschaft durchgesetzt und dafür mein Glückwunsch an Chemnitz." 

Rodrigo Pastore (Headcoach NINERS Chemnitz):

"Vielen Dank an Tuomas für die Glückwünsche und ich möchte diese ebenso zurückgeben. Gratulation zur Ehrung zum Trainer des Jahres. Ich kenne Tuomas schon eine ganze Weile und habe die Art, wie seine Teams spielen und wie er als Coach immer besser geworden ist, stets bewundert. In meinen Augen ist er der beste Trainer der Liga und selten war ein "Coach-of-the-year"-Award so verdient wie dieses Jahr für Tuomas. Über die heutige Leistung meiner Mannschaft bin ich sehr glücklich. Wir waren auf beiden Seiten des Feldes stark, fokussiert und haben den Ball sehr gut bewegt. Außerdem haben wir gerade am offensiven Brett sehr stark gereboundet und von der Dreierlinie gut getroffen. Wir haben jetzt noch ein Spiel in Crailsheim und danach geht es in die Playoffs. Dort brauchen wir unsere Fans mit der gleichen großartigen Energie, mit der sie uns heute unterstützt haben und dann beginnen wir zu träumen. Abschließend noch einmal Danke an Tuomas Iisalo und ihm sowie seiner Mannschaft viel Glück für die Playoffs."

 

Punkteverteilung 

Telekom Baskets Bonn:

Ward (8 Punkte, 6 Rebounds), Gorham (3/1 Dreier), Kessens (8), Mboya Kotieno (3/1), Tadda (10/2), Kulvietis (4), Lypovyy (6/2), Bowlin (8/2), Hawkins (12/1), Kratzer (6)

 

NINERS Chemnitz:

Weidemann (10), Gregori (0), Ziegenhagen (3), Richter (15), Mike (15), Massenat (5), Susinskas (20), Atkins (16), Lockett (6), Karacic (dnp)

 

 


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