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Noch Tage bis zum Saisonstart 2018/19

Mit Herz gespielt, mit Stolz verloren

Playoffs: Telekom Baskets Bonn - Brose Baskets 82:84 (19:17, 19:27, 20:21, 26:19)

Die Telekom Baskets Bonn sind aus den Playoffs 2012 ausgeschieden. Nach einem beeindruckenden Comeback in der zweiten Hälfte mussten sich die Rheinländer dem amtierenden Meister Brose Baskets aber doch mit 82:84 (19:17, 19:27, 20:21, 26:19) geschlagen geben.

 

Die Telekom Baskets erwischten einen wesentlich besseren Start, als er ihnen noch in den ersten drei Begegnungen der Viertelfinalserie gegen Bamberg vergönnt war. Beide Mannschaften konzentrierten sich zunächst auf die Arbeit in der Verteidigung und mussten im Angriff für jeden einzelnen Treffer unheimlich viel arbeiten. Wenngleich die Anzeige nur wenige Treffer verzeichnete, so sorgten zwei Dunkings von Tony Gaffney gleich für beste Stimmung bei den 5.520 Zuschauern im Telekom Dome (6:6, 4. Minute). Keines der Teams gab auch nur einen Zentimeter Parkett freiwillig her, was dazu führte, dass Bonn erst spät die erste Führung erzielen konnte, nachdem Benas Veikalas einen Dreier eingestreut hatte (15:13, 9. Minute). Diesen minimalen Vorsprung verteidigten die Mannen von Trainer Michael Koch bis zur Viertelpause und behielten damit das Momentum (19:17, 10. Minute). Die Halle spürte, dass auch heute – wie schon in den anderen Spielen der Serie – ihre Baskets durchaus für die große Überraschung gut waren. Doch im zweiten Abschnitt sah es zunächst danach aus, als sollte der amtierende Meister - wie schon in Spiel 3 - mit einer ganzen Flut an Dreiern die Partie zu seinen Gunsten kippen.

 

Drei Distanztreffer in Folge sicherten den Franken zumindest einmal die Führung (27:32, 15. Minute). Bonn ließ sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen und antwortete durch Andrej Mangold ebenfalls von „Downtown“ (30:32, 15. Minute). Die zwischenzeitliche Wende sollte dies jedoch nicht herbeiführen, da die Gäste im Abschluss souverän blieben (38:44, 20. Minute).

 

Die Frage war, wann es zum ersten ernsthaften Lauf kommen würde - egal, ob von Bonner oder Bamberger Seite. Wie es das offensive Schicksal wollte, waren es die Gäste, die mit einem 14:0-Run davonzogen um die Vorentscheidung zu erzwingen (38:58, 24. Minute). Die vermeintliche Vorentscheidung, wohlgemerkt, denn die Baskets schlugen mit aller Härte zurück. Erst ein Dreier von Talor Battle, dann ein Putback-Dunk von Gaffney über Nationalspieler Tibor Pleiß, und schon war der Glaube an das Comeback geweckt (45:61, 25. Minute). Stehende Ovationen im Telekom Dome samt Trommelfell-peinigender Lautstärke trieben die Baskets an, was sich augenblicklich auf der Anzeigetafel bemerkbar machte. Bis zum Viertelende hatten sich die Hausherren auf einen einstelligen Rückstand herangekämpft (58:65, 30. Minute).

 

Damit noch lange nicht genug. Bonn witterte seine Chance und setzte gleich nach Beginn des Schlussabschnitts nach. Ein Dreier von Benas Veikalas zum 65:68 (32. Minute) setzte den Meister zusätzlich unter Druck, welcher jedoch abgebrüht konterte und die Distanz umgehend erhöhte (66:76, 35. Minute). Ein erfolgreiches Dreipunktspiel von Chris Ensminger sorgte für spürbare Entlastung, und als Talor Battle wenig später einen Dreier versenkte, sah sich Brose-Coach Chris Fleming zu einer taktischen Auszeit gezwungen (74:78, 38. Minute).

 

Battle war es auch, der in der Schlussphase dieser packenden Begegnung zum tragischen Helden avancieren sollte. Nach einem Korbleger plus Foul, den fälligen Freiwurf versenkte der Amerikaner sicher zum 79:81 (39. Minute), verlor er im nächsten Angriff den Ball und ermöglichte Bamberg so die Chance im Gegenzug auf 79:83 zu erhöhen. Die Zeit arbeitete gegen Bonn, das bei 9,6 Sekunden verbleibender auf ein kleines Basketballwunder hoffen musste. Die Götter schienen ihnen tatsächlich wohlgesonnen, denn der schnell auf den Weg gebrachte Dreier von Benas Veikalas fand den unbeirrten Weg zum Ziel (82:83). Bonn musste taktisch foulen und schickte Anton Gavel an die Linie, der einen seiner zwei Freiwürfe versenkte (82:84). Nur noch 8,8 Sekunden blieben über, um die Verlängerung oder gar den Sieg zu erzwingen. Die Baskets legten den Ball erneut in die Hände von Veikalas, dessen letzter Wurf mit der Schlusssirene und hautnaher Bedrängnis seines Gegenspielers jedoch zu kurz geriet.

 

Die Viertelfinal-Spiele in der Übersicht:

 

Spiel 1: Brose Baskets - Telekom Baskets Bonn 74:75

Spiel 2: Telekom Baskets Bonn - Brose Baskets 53:67

Spiel 3: Brose Baskets - Telekom Baskets Bonn 102:92

Spiel 4: Telekom Baskets Bonn - Brose Baskets 82:84

 

Michael Koch (Trainer Telekom Baskets Bonn):

 

„Glückwunsch an Chris Fleming und die Brose Baskets zum Einzug in die nächste Runde. Gleich nach dem Schlusspfiff ging mir durch den Kopf, dass wir gegen viele andere Teams, mit der Leistung, die wir abgerufen haben, es wohl ins Halbfinale geschafft hätten. Wir haben dieses Jahr ein Bonner Team gesehen, dass den Baskets Spirit zurück nach Bonn gebracht hat, das auf und neben dem Feld miteinander gut kommuniziert hat - auch mit den Fans. Ich ziehe den Hut vor Bamberg, das am Ende die Big Shots getroffen hat.“

 

Chris Fleming (Trainer Brose Baskets):

 

„Wir haben in allen Spielen einen Vorsprung gehabt, den wir dann nur schwer verteidigen konnten. Bonn hat sich in allen Spielen mit einer kleinen Rotation rangekämpft und sich so im ersten Spiel sogar den Sieg erspielt - das verdient ein großes Lob. Besonders Benas Veikalas war in den letzten Partien nur schwer zu kontrollieren. Wir haben zwar nicht immer schön gespielt, aber am Ende des Tages konnten unsere Leistungsträger die Spiele für uns entscheiden.“

 

Telekom Baskets Bonn:

 

Serapinas (0), Ensminger (21), Veikalas (21/4 Dreier), Mangold (5/1), Thülig (dnp), Jordan (6, 8 Rebounds, 11 Assists), Hain (dnp), Gaffney (12), Battle (15/2), Wohlfarth-Bottermann (2)

 

Brose Baskets:

 

Suput (4), Tadda (2), Jenkins (6), Schmidt (0), Neumann (dnp), Pleiß (9, 10 Rebounds), Roberts (16/2), Jacobsen (13/3), Tucker (25/2), Gavel (7/2), Slaughter (2)


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